Schmid vs. Monatzeder: Das Duell der Bürgermeister

Bei der Landtagswahl im nächsten Herbst treffen mit Josef Schmid und Hep Monatzeder zwei alte Bekannte aus dem Rathaus aufeinander.
von  Florian Zick
Bürgermeister Schmid und Ex-Bürgermeister Monatzeder.
Bürgermeister Schmid und Ex-Bürgermeister Monatzeder. © dpa

München - Die größten Duelle gibt es traditionell natürlich immer noch im Sport: Muhammad Ali gegen George Foreman, John McEnroe gegen Ivan Lendl, Ayrton Senna gegen Nigel Mansell. Aber auch die Politik hat immer wieder äußerst spannende Zweikämpfe zu bieten.

Bei der Landtagswahl nächsten Herbst wird es zu einem solchen Aufeinandertreffen kommen: Im Wahlkreis München-Pasing steht das Duell der Bürgermeister an. Der 66-jährige Altmeister Hep Monatzeder (Grüne) trifft auf den amtierenden Champion Josef Schmid (48, CSU). Viel mehr Dramatik geht nicht.

Es ist, als würde sich John McEnroe für einen Showkampf mit Roger Federer noch einmal auf den Tennisplatz schleppen. Mit dem Unterschied, dass es bei diesem Kräftemessen nicht um irgendeinen Pokal geht. Der Gewinner erhält vielmehr einen Sitz im altehrwürdigen Maximilianeum.

CSU nominiert Josef Schmid zum Kandidaten

Monatzeder hat seinen Startplatz für das Rennen bereits sicher. Die Grünen haben ihn schon Ende November zum Kandidaten ernannt. Am Dienstagabend wurde nun auch Josef Schmid von seiner Partei offiziell nominiert.

Das genaue Ergebnis lag bis zum Andruck dieser Ausgabe zwar noch nicht vor. Bis zuletzt hatte Schmid aber keinen Gegenkandidaten. In der für gewöhnlich sehr folgsamen CSU hätte also schon einiges schiefgehen müssen, damit die Kandidatur noch kippt.

Schmid ist in der Strategie der CSU fest eingeplant. Münchens Zweiter Bürgermeister soll den neuen Stoßstürmer geben, der seine Partei vor einem weiteren Abstieg bewahrt. Bei der Bundestagswahl nur 30 Prozent im Stadtgebiet – das hat den Schwarzen so richtig wehgetan. Otmar Bernhard, der bisherige Platzhirsch im Münchner Westen, hat deshalb freimütig Platz gemacht für einen Neuanfang.

Schmid setzt vor allem auf seine Bekanntheit als Wirtschaftsbürgermeister. Neue U-Bahnen, die Förderung junger Künstler und nicht zuletzt die Wiesn – alles Dinge, mit denen man sich in der Stadt gut einen Namen machen kann. Aber wie bereits gesagt: Bürgermeister, das war Monatzeder auch.

Hep Monatzeder - ein Außenminister für München

Unter Christian Ude war der Grünen-Politiker 18 Jahre lang ein nicht wegzudenkender Teil der Bürgermeister-Riege. In seiner Amtszeit führte ihn so manch heikle Mission ins Ausland. Das brachte ihm den Ruf als Münchens Außenminister ein. Monatzeder dürfte in der Stadt jedenfalls bekannt genug sein, um auch in Pasing einige Stimmen zu ziehen.

Das berühmte Knieschlottern bekommt Schmid trotzdem nicht. Er glaubt vielmehr, dass Monatzeders neu entfachte Lust auf den Landtag schlecht sein wird für den ja auch noch im Rennen befindlichen SPD-Kandidaten Florian Ritter. "Monatzeder wird vor allem der SPD Stimmen wegnehmen", sagt Schmid.

Sich allein mit den Kampf um Platz zwei begnügen will Monatzeder allerdings keineswegs. Der Ex-Bürgermeister gibt sich durchaus angriffslustig. Er habe nachweislich die längere Erfahrung, sagt der 66-Jährige. Und außerdem: Das Münchner Radwegenetz, die Isar-Renaturierung, das Windradl auf dem ehemaligen Müllberg in Fröttmaning – all diese Projekte würden seinen Stempel tragen, sagt Monatzeder. Schmid dagegen lasse kreative Ideen bislang weitgehend vermissen.

Damit ist eigentlich alles angerichtet für einen harten Schlagabtausch. Der "Rumble in the Jungle" – er findet nächstes Jahr nicht im Urwald statt, sondern in Pasing. Die Kontrahenten heißen dann nicht Ali und Foreman. In den Ring steigen zwei stadtbekannte Bürgermeister. Die Namen: Schmid und Monatzeder.

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