Angst vor Lkw-Terror: Oktoberfest 2017 öffnet erst eine Stunde später

Auf der Theresienwiese ist der Aufbau in vollem Gange, die Trachtenläden haben die Regale mit Dirndl und Lederhosen aufgefüllt - die 184. Wiesn kann kommen. Doch zuvor will das KVR noch einige neue Sicherheitsmaßnahmen einführen.
von  Florian Zick
Auf eine sichere Wiesn: Das KVR möchte die Sicherheitsvorschriften fürs Oktoberfest ausweiten.
Auf eine sichere Wiesn: Das KVR möchte die Sicherheitsvorschriften fürs Oktoberfest ausweiten. © dpa

München – Ein Lkw, der in eine Menschenmenge rast: Diese noch vom Breitscheidplatz in Berlin oder von der Strandpromenade in Nizza bekannten Bilder will in München niemand erleben. Als Vorsichtsmaßnahme will der Stadtrat kommende Woche deshalb die Öffnungszeiten für das Oktoberfest leicht anpassen.

Künftig soll das Festgelände erst um 9 Uhr für Gäste geöffnet werden – also eine Stunde später als bisher. Zudem sollen sich die Lieferanten in Zukunft ein bisschen sputen und die Theresienwiese spätestens um 9 Uhr wieder verlassen. Die Stadt will auf diese Weise sicherstellen, dass es auf der Wiesn keine Begegnung von Lieferverkehr und Besucherverkehr mehr gibt.

Auch die Überprüfung der Lieferanten will die Stadt noch einmal verschärfen. Bislang mussten sich nur die Fahrer von Lieferfahrzeugen einem Sicherheitscheck unterziehen. Diese Regel soll in Zukunft auch für mögliche Beifahrer gelten. "Wir werden nun also immer ganz genau wissen, wer sich gerade auf dem Gelände aufhält", sagt KVR-Sprecher Johannes Mayer.

Bei der Sicherheit ist sich die Koalition einig

Zufahrt zur Wiesn werden von diesem Jahr an also nur noch Lieferfahrzeuge bekommen, in denen alle Insassen nachweisen können, dass sie nach Überprüfung von Polizei und LKA von der Stadt als zuverlässig eingestuft worden sind, Den Stadtrat dürften die Neuerungen ohne Probleme passieren. Die Große Koalition ist sich im Grunde einig. "Die Sicherheit der Besucher auf dem Oktoberfest hat für uns oberste Priorität", sagt Wiesn-Chef Josef Schmid auf AZ-Anfrage.

Mit den Änderungen der Oktoberfestverordnung machen wir die Wiesn wieder ein Stück sicherer, ohne in den Charakter des Festes einzugreifen", so der CSU-Politiker.

Dass es Ärger mit den Lieferanten gibt, glaubt er nicht. Die Trennung des Lieferverkehrs von dem morgendlichen Besucherstrom führe schließlich zu einer wesentlichen Entzerrung auf dem Festgelände. Das schützt vor allem die Besucher, erleichtere den Zulieferern aber auch wesentlich die logistischen Abläufe, so Schmid.

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