München wehrt sich gegen Rechts

Gegen den Bagida-Aufmarsch am Montag formiert sich der Widerstand: Tausende Münchner sollen den Pegida-Ableger am Sendlinger Tor "gebührend empfangen".
von  Irene Kleber / Lokales
2000 Demonstranten sind am Montag am Sendlinger Tor gegen "Muegida" auf die Straße gegangen. Kommenden Montag sollen es gegen "Bagida" noch mehr werden.
2000 Demonstranten sind am Montag am Sendlinger Tor gegen "Muegida" auf die Straße gegangen. Kommenden Montag sollen es gegen "Bagida" noch mehr werden. © Daniel von Loeper

Gegen den Bagida-Aufmarsch am Montag formiert sich der Widerstand: Tausende Münchner sollen den Pegida-Ableger am Sendlinger Tor "gebührend empfangen".

München - Nein, die Münchner werden nicht müde, sich zu wehren gegen Parolen von Rechts. Längst formiert sich der Widerstand gegen die erneute „Muegida“-Demo und vor allem den angekündigten „Bagida“-Aufmarsch am Montag am Sendlinger Tor – in Form einer riesigen Gegen-Demo.

Am Mittwoch hat die Initiative gegen Rechts „München ist bunt“ im Kreisverwaltungsreferat für Montag am Sendlinger-Tor-Platz eine Protestveranstaltung mit 2500 Menschen gegen Bagida angemeldet – und zwar schon für 17 Uhr. Also eineinhalb Stunden bevor um 18.30 Uhr die 300 angekündigten Bagida-Demonstranten auflaufen wollen.

Allein über Facebook erreicht „München ist bunt“ knapp 100.000 Menschen. „Wir wollen so viele wie möglich mobilisieren, um die Bagida gebührend zu empfangen und ein Zeichen zu setzen, dass in München kein Platz ist für Ausländerfeindlichkeit, Hass und Rassismus“, sagt „München ist bunt“-Sprecherin Micky Wenngatz.

Angeschlossen hat sich bereits das demo-erprobte Aktionsbündnis „Bellevue di Monaco“ unter dem Motto: Platz da!? München ist laut! München ist bunt! „Bringt alles mit, was Krach macht: Instrumente, Töpfe, Hupen, einfach alles. Je lauter es wird, um so besser kann man uns hören!“, sagt Bellevue-Organisator Till Hofmann, der vor Weihnachten die Anti-Pegida-Kundgebung an der Oper auf die Beine gestellt hatte.

Auch im OB-Büro wird eifrig der Widerstand gegen Rechts organisiert – denn auch Dieter Reiter (SPD) wird zusammen mit dem „Bündnis für Toleranz“ zur großen Gegendemonstration aufrufen. Darin sind unter anderem die großen Kirchen, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), Schwulen- und Lesbenverbände, Universitäten, Volkshochschule und Kreisjugendring organisiert.
„Viele aus dem Bündnis haben schon zugesagt, mit uns zusammen auf die Straße zu gehen“, sagt Micky Wenngatz, „darunter der DGB, das Evangelische Stadtdekanat und das Münchner Forum für Islam. Außerdem schließen sich viele Münchner Parteien an: bislang sind das die SPD, Grüne, Rosa Liste, Piraten und FDP.“


Könnte also bunt werden am Montag. Und (hoffentlich) laut.