Erreicht der Wirecard-Skandal jetzt die Münchner SPD?

Philippa Sigl-Glöckner ist Büroleiterin eines Staatssekretärs im Finanzministerium, der wegen Wirecard unter Druck gerät.
von  AZ/hag
Die Firmenzentrale von Wirecard in Aschheim.
Die Firmenzentrale von Wirecard in Aschheim. © Sven Hoppe /dpa

München - Nachdem es bereits bei ihrer Bewerbung um die SPD-Kandidatur für den Bundestagswahlkreis München-Nord wegen ihres damaligen Erstwohnsitzes Berlin zu Problemen gekommen war, stellen sich nun Fragen im Zusammenhang mit der Arbeit von Philippa Sigl-Glöckner (SPD) im Bundesfinanzministerium.

Dort ist die 30-Jährige als Persönliche Referentin und Büroleiterin von Staatssekretär Wolfgang Schmidt (SPD) beschäftigt, dem wohl engsten Mitarbeiter von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD).

SPD bezieht Stellung zu Vorwürfen

Wie jetzt bekannt wurde, hat Schmidt noch im Juni 2019 für einen Markteintritt des inzwischen insolventen Bezahldienstleisters Wirecard in China geworben – zu einem Zeitpunkt, als die Finanzaufsicht Bafin bereits seit Monaten gegen Wirecard "in allen Richtungen wegen Marktmanipulation" ermittelt hat.

Einem Bericht des "Spiegel" zufolge soll Schmidt "seinen chinesischen Counterpart, Vizeminister Liao Min im Ministry of Finance", zu Wirecards Ambitionen informiert haben.

Noch arbeitet sie im Bundesfinanzministerium, bald will sie in den Bundestag: Philippa Sigl-Glöckner am Königsplatz.
Noch arbeitet sie im Bundesfinanzministerium, bald will sie in den Bundestag: Philippa Sigl-Glöckner am Königsplatz. © Petra Schramek

Zu der Frage, was Schmidts Büroleiterin Sigl-Glöckner über das Geschäftsanbahnen ihres Chefs in der Volksrepublik wusste, antwortete auf Anfrage der AZ die Pressestelle des Bundesfinanzministeriums: "Die Kollegin ist oder war nicht mit dem Vorgang Wirecard befasst."

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