Zverev: "Ich habe keine Lust mehr aufs Lernen"

Alexander Zverev ist völlig überraschend in der zweiten Runde der US Open ausgeschieden. "Es ist frustrierend. Wie ich gespielt habe, war frustrierend."
von  AZ/SID
Muss nach dem Aus in Runde zwei bereits wieder seine Koffer packen: Der deutsche Tennis-Profi Alexander Zverev.
Muss nach dem Aus in Runde zwei bereits wieder seine Koffer packen: Der deutsche Tennis-Profi Alexander Zverev. © Julio Cortez/AP/dpa

New York - Der als Mitfavorit gehandelte Alexander Zverev hat bei den US Open eine böse Überraschung erlebt und ist in der zweiten Runde von New York ausgeschieden. Der an Position vier gesetzte Hamburger unterlag dem Weltranglisten-61. Borna Coric (Kroatien) mit 6:3, 5:7, 6:7 (1:7), 6:7 (4:7). Bei der anschließenden Pressekonferenz sahen die Medienvertreter einen sichtlich geknickten Zverev vor sich – die wichtigsten Aussagen:

Alexander Zverev, was war der Grund für das überraschende Aus in der zweiten Runde der US Open?
Ich habe im zweiten und dritten Satz sehr, sehr schlecht gespielt. Von meinem Level her war es ziemlich katastrophal. Das ist enttäuschend, denn das Feld war offen im unteren Tableau. Ich war dort nach der Absage von Andy Murray der am besten platzierte Spieler.

Wie fühlen Sie sich nach dieser Niederlage?
Es ist frustrierend. Wie ich gespielt habe, war frustrierend. Das Turnier war frustrierend, aber mein Leben geht weiter. Ich weiß, dass ich hier große Dinge hätte erreichen können. Dinge, die ich bislang noch nicht erreicht habe. Jetzt gilt es, weiter hart zu arbeiten und diesen Titel vielleicht in der Zukunft zu gewinnen.

Hat Sie der öffentliche Druck in irgendeiner Art und Weise beeinflusst?
Nein, ich muss schon seit frühster Jugend mit Erwartungen umgehen. Für mich ist da nur ein weiterer Schritt. Das Problem war, dass mein Niveau einfach nicht hoch war. Körperlich war ich aber in Ordnung.

Nach Ihren Turnierensiegen in Washington und Montréal wurden Sie vor allen Dingen in den US-Medien als einer der heißesten Titelanwärter gehandelt. Waren diese Erwartungen gerechtfertigt?
Ich habe dieses Jahr große Turniere gewonnen. Vom Tennisstandpunkt her hatte ich auch das Gefühl gehabt, dass ich ein Favorit bin.

Ist diese Niederlage die Fortsetzung des Lernprozesses?
Ich habe keine Lust mehr aufs Lernen. Wie lange werde ich noch sagen, dass ich lernen soll? Ich habe gegen einen 20-Jährigen gespielt. Es ist ja nicht so, dass ich gegen Roger Federer oder Rafael Nadal verloren habe. Mein Jahr läuft gut, aber mein Grand-Slam-Jahr lief nicht so.

Was erwarten Sie vom Rest der Saison?
Ich bin gerade bei einem Grand-Slam-Turnier in der zweiten Runde ausgeschieden, das hätte nicht passieren sollen. Ich kann jetzt noch nicht an die restlichen Turniere denken.

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