Unterhaching gegen TSV 1860: Derby-Fieber! Wie Bierofka Haching schlagen will

Am Mittwoch gilt’s: Die Löwen treten im S-Bahn-Derby bei der Spielvereinigung Unterhaching an. "Da herrscht einfach eine andere Stimmung, bei uns im Training war eine andere Anspannung", sagt Bierofka. Wie er Haching knacken will. 
von  Matthias Eicher
Vier (mögliche) Protagonisten des Derbys (v.l.): Haching-Trainer Claus Schromm mit Dominik Stahl sowie Löwen-Coach Daniel Bierofka und Antonio Grimaldi.
Vier (mögliche) Protagonisten des Derbys (v.l.): Haching-Trainer Claus Schromm mit Dominik Stahl sowie Löwen-Coach Daniel Bierofka und Antonio Grimaldi. © Rauchensteiner, Sampics/Augenklick/AZ-Montage

Am Mittwoch gilt’s: Die Löwen treten im S-Bahn-Derby bei der Spielvereinigung Unterhaching an. "Da herrscht einfach eine andere Stimmung, bei uns im Training war eine andere Anspannung", sagt Bierofka. Wie er Haching knacken will.

München/Unterhaching – Elf Jahre warten. Warten auf Rivalität. Warten auf den Kampf um die Nummer Eins im Hoheitsgebiet. Auf das große echte Stadtduell gegen den großen FC Bayern warten sie noch heute. Aber jetzt heißt es endlich wieder: Haching gegen Sechzig. Derbyzeit.

Der TSV 1860 kämpft am neunten Spieltag bei der Spielvereinigung Unterhaching um die Vorherrschaft in München. Zumindest in der Dritten Liga. Und vielmehr bis vor die Tore Münchens, wenn man so will. Um 19 Uhr kreuzen Löwen-Trainer Daniel Bierofka und Haching-Coach Claus Schromm mit ihren Mannschaften die Klingen.

SpVgg Unterhaching gegen TSV 1860: Dritter gegen Neunter

"Das ist etwas Besonderes. Über 14.000 Zuschauer fiebern dem Derby entgegen. Da herrscht einfach eine andere Stimmung, bei uns im Training war eine andere Anspannung", erklärte Bierofka über den Vergleich von Traditionsklub Sechzig und Vorstadt-Verein Haching. Deren Präsident Manni Schwabl meinte tags zuvor im AZ-Interview (hier Teil 1 und hier Teil 2 nachlesen), dass ein Derbysieg "mindestens dreieinhalb Punkte" wert sei. Sechzig wie Haching im Derby-Fieber! Bierofkas Motto: "Wir müssen locker bleiben und dürfen nicht denken, wir müssen da hinfahren und alles zerstören. Wir wollen unser Spiel durchziehen." Für Schwabl hatte Bierofka einen Konter parat: "Der Manni kann ja mal bei der DFL beantragen, ob es dreieinhalb Punkte geben wird. Ich denke, es bleibt bei drei – und die wollen wir nicht in Haching lassen."

Haching gegen Sechzig, es ist das Duell Dritter (15 Punkte) gegen Neunter (11). Zur Stadtmeisterschaft reicht’s aber nicht, denn dazu fehlt der Vergleich mit der Nummer eins. "Eine echte Vorherrschaft gibt es nicht", erklärte Bierofka, "denn wir spielen ja nur in der Dritten Liga." Beide Klubs hätten "schon mal höher gespielt, da wollen wir irgendwann wieder hin". Dann, nur dann könnte man sich mit den Bayern messen.

Stürmen Grimaldi und Mölders zusammen?

Zum Personal des mit Spannung herbeigesehnten Vergleiches: Auf Seiten der Sechzger spielt Bierofka mit dem Gedanken, seine durchschlagsgewaltigen Stürmer Adriano Grimaldi und Sascha Mölders im Duett marschieren zu lassen. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie zusammen auflaufen." Hinter Flügelflitzer Nico Karger steht dagegen ein Fragezeichen, "es zwickt im Oberschenkel".

Was den Kontrahenten anbelangt, warnte der TSV-Coach neben Spielmacher Sascha Bigalke vor zwei Ex-Löwen: "Haching ist ein fußballerisch gutes Team, mannschaftlich sehr geschlossen, aber sie haben mit Stephan Hain und Dominik Stahl herausragende Spieler." Torjäger Hain (siehe S. 19) und Abräumer Stahl schnürten ihre Schuhe einst für Sechzig, wo sie zu Zweitliga-Zeiten der Blauen am Ende nicht mehr gefragt waren. Vor den Toren Münchens sind sie absolute Leistungsträger. Nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass das nur rund sieben Kilometer von Giesing entfernte Städtchen "eine Oase des Fußballs" sei, wo sich Spieler "in Ruhe entwickeln" können.

Bierofka mit Respekt vor Haching

An der Grünwalder Straße dagegen sei, wie Bierofka selbst wisse, "kein einfacher Verein" vorzufinden: "Auch ich habe hier täglich zu kämpfen", sagte Bierofka in Anspielung auf die Aussage von Haching-Trainer Schromm, dass er in seiner Laufbahn als Jugendcoach und 1860-Fan nach Giesing gekommen und aufgrund des Chaos als "Nicht-mehr-Fan" gegangen sei: "Er kann das ruhig sagen, aber ich versuche, hier das Maximale herauszuholen, das ist manchmal eine Mammut-Aufgabe."

Trotz aller sportlichen Rivalität hat Bierofka großen Respekt für den Kontrahenten übrig. "Was Schromm und Schwabl hier leisten, davor muss man alle Hüte ziehen." Und seine Sechzger alle Register, um im Derby zwischen Stadtstress-Löwen und Oasen-Hachinger als Sieger vom Platz zu gehen. Vor elf Jahren siegte Sechzig 1:0. Haching hat mit fünf Siegen in elf Duellen aber knapp die Nase vorn.


Hier finden Sie ein Interview mit Hachings Top-Stürmer und Ex-Löwe Stephan Hain, der erklärt, warum er gegen Sechzig lieber gewinnt, als gegen andere Gegner. 

Bierofka-PK vor Haching im Video: "Dürfen nicht meinen, da alles zu zerstören"