TSV 1860: Verhidnert Geschäftsführer Anthony Power den Wechsel von Vitus Eicher?

Der neue Löwen-Geschäftsführer Anthony Power hat sicherlich von Investor Hasan Ismaik die Anweisung bekommen, die maroden Finanzen aufzubessern. Doch mit dieser Mission könnte er jetzt einem altgedienten Löwen die Karriere verbauen und einen vereinsinternen Zoff provozieren.
von  az
Vitus Eicher will weg. Verhindert Powers Ablöse-Forderung den Wechsel?
Vitus Eicher will weg. Verhindert Powers Ablöse-Forderung den Wechsel? © imago

München – Seit letzter Woche ist bekannt, dass Vitus Eicher vor dem Absprung steht. Der Ur-Löwe, der sich seit seiner ersten Trainingseinheit in der Jugendmannschaft im Jahr 2000 zwischenzeitlich bis zur Nummer Eins im Tor des TSV 1860 hochgearbeitet hatte, ist mit seiner Degradierung zur Nummer Drei unzufrieden.

Deshalb soll er ab der zweiten Saisonhälfte für den 1. FC Heidenheim auflaufen – so haben es Eicher und der Verein von der Schwäbischen Alb offenbar mittlerweile vereinbart. Wie man hört, fehlt nur noch die Unterschrift des TSV unter dem Vertrag. Aber genau an dieser Formalität könnte der Transfer nun doch noch scheitern – denn Geschäftsführer Anthony Power weigert sich, den Kontrakt abzuzeichnen.

Nach Informationen des Münchner Merkur verlangt Power eine mittlere sechsstellige Ablösesumme von Heidenheim. Eine bemerkenswerte Zahl, wenn man bedenkt, dass Eichers Marktwert bei Transfermarkt.de derzeit mit 250.000 Euro taxiert wird. Und für Heidenheim scheint eine solch hohe Ablöse ein Dealbreaker zu sein.

Wird der Fall Eicher zum indirekten 50+1-Konflikt?

So könnte es darauf hinauslaufen, dass die Karriere des 26-jährigen Löwen-Eigengewächs aufgrund übertriebener Ablöse-Forderungen aufs Abstellgleis gerät. Das ist auch Präsident Peter Cassalette bewusst, der sich im Merkur deutlich für Eicher positioniert: "Das Präsidium hat eine andere Meinung als der Geschäftsführer. Vitus hat nie über seine Situation gemotzt, er hat einen ganz tollen Charakter. Wir werden versuchen, in dieser Woche eine Lösung im Sinne des Vereins und des Spielers zu finden."

Diese klare Ansage gegen die Geschäftsführung ist ohnehin schon bemerkenswert, sie birgt aber noch weitaus mehr Sprengkraft, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Denn wenn es keine Einigung zwischen Präsidium und Geschäftsführer geben sollte, könnte das Löwen-Präsidium den von Hasan Ismaik eingesetzten Geschäftsführer überstimmen – und damit wohl für einen Eklat zwischen Verein und Investor sorgen.