TSV 1860: Stephan Salger wettert wegen Gegentor-Flut - "Innenverteidiger sind nicht die Deppen!"

Der TSV 1860 sah bei den Gegentreffern in den vergangenen Spielen nicht immer gut aus. Stephan Salger sieht hier jedoch nicht nur die Innenverteidiger in der Verantwortung - und nimmt die komplette Mannschaft in die Pflicht.
von  AZ
Defensiv-Routinier des TSV 1860: Stephan Salger
Defensiv-Routinier des TSV 1860: Stephan Salger © IMAGO / Ulrich Wagner

München - Der Frust saß tief beim TSV 1860 nach dem neuerlichen Rückschlag am vergangenen Dienstag. Der zarte Aufschwung nach den beiden Siegen gegen Duisburg und Havelse hatte nach der verdienten 1:3-Niederlage gegen Waldhof Mannheim ein jähes Ende gefunden. Platz neun heißt die graue Realität Ende des Jahres 2021, der Abstand zu den Aufstiegsplätzen (sieben Punkte) ist fast genauso groß wie zu den Abstiegsplätzen (sechs Punkte).

TSV 1860: Zehn Gegentore in den letzten vier Spielen

Auffällig zuletzt: Die Löwen sind insbesondere in der Defensive teilweise enorm anfällig. Ob durch Konter, Standards oder individuelle Patzer - dem Gegner wird es vor dem eigenen Kasten schlicht zu einfach gemacht. Alleine in den vergangenen vier Spielen setzte es zehn Gegentreffer. Dass es nicht noch mehr sind, hat Sechzig vor allem seinem starken Schlussmann Marco Hiller zu verdanken.

Einzig die Abwehr für die Anfälligkeit in der Defensive verantwortlich zu machen, greife allerdings zu kurz, meint Abwehr-Routinier Stephan Salger. "Das muss man differenzieren. Es ist nicht alles scheiße, was wir machen", meinte der 31-Jährige einigermaßen unverblümt nach der Niederlage gegen Mannheim, bei der die Löwen insbesondere in der ersten Halbzeit zahlreiche Chancen zuließen. "Wir haben den Gegner förmlich zu Torgelegenheiten eingeladen", meinte auch Trainer Michael Köllner.

Am Samstag kommt die offensivstärkste Mannschaft der Liga

Salger sieht hier die komplette Mannschaft in der Pflicht und verweist auf das vergangene Wochenende, als sich die Sechzger vor beiden Gegentoren durch eine plumpe und beinahe identische Freistoß-Variante übertölpeln ließen. "Gegen Havelse haben wir zum Beispiel zwei Standardgegentore bekommen. Die ganze Mannschaft steht da mit in der Verantwortung, da sind nicht nur die beiden Innenverteidiger die Deppen. So einfach ist das nicht", stellt Salger klar.

Klar ist: Bis zum kommenden Samstag sollten die Löwen unbedingt an den Schwächen im Defensivverhalten gearbeitet haben. Dann gastiert mit dem 1. FC Magdeburg nicht nur der Tabellenführer, sondern auch die mit 30 Treffern beste Offensive der 3. Liga auf Giesings Höhen. Und die wird nur im Kollektiv zu verteidigen sein.