TSV 1860: Löwen-Torjäger Adriano Grimaldi: Lasse mich nie wieder auswechseln

Der TSV 1860 muss beim VfL Osnabrück trotz 2:0-Führung noch ein 2:2 hinnehmen. Torschütze Adriano Grimaldi spricht danach über seine Verletzung und Pfiffe gegen den Ex-Osnabrücker, die Kollegen Quirin Moll und Phillipp Steinhart trauern dem Sieg hinterher.
von  Matthias Eicher/AZ
"Öchsen"-Sturm der Löwen: Sascha Mölders (Mi.) und Adriano Grimaldi.
"Öchsen"-Sturm der Löwen: Sascha Mölders (Mi.) und Adriano Grimaldi. © imago/MIS

München - Anfangs effektive Löwen, letzten Endes doch kein Lohn: Der TSV 1860 musste sich nach einer phasenweise starken Leistung beim zuvor verlustpunktfreien VfL Osnabrück am Ende über ein 2:2-Unentschieden ärgern.

Vor allem Torschütze Adriano Grimaldi äußerte sich hinterher emotional über das insgesamt gerechte Remis, nachdem sich der Ex-Osnabrücker aus einem ganz bestimmten Grund Pfiffen ausgesetzt sah. Die AZ hat weitere Stimmen zum Spiel:

Quirin Moll: TSV 1860 mit gefühlter Pleite

Quirin Moll: "Solche Spiele sind wie eine gefühlte Niederlage. Dass du hier auswärts 2:0 vorne bist - besser kannst du es dir nicht aussuchen. Dann haben wir noch gute Kontermöglichkeiten, aber wie gesagt - das ist echt bitter. Uns hat die Überzeugung vor dem Tor gefehlt, wir hatten super Möglichkeiten. Wir hätten in gewissen Situationen cleverer spielen sollen, vielleicht auch mal zur Eckfahne gehen oder die Standardsituationen vermeiden. In der Halbzeit haben wir das Spiel ganz sachlich analysiert. Uns war bewusst, dass wir einen drauflegen müssen. Am Anfang ist es uns gut gelungen, dagegen zu halten. Am Anfang hat es der Gegner gut gemacht, dann haben wir taktisch leicht umgestellt. Am Anfang hätten wir gesagt: Auswärts ein Punkt in Osnabrück ist in Ordnung, obwohl wir jedes Spiel gewinnen wollen. Die zwei Punkte haben wir jetzt verschenkt."

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Phillipp Steinhart: Frust wegen "Freistoß-Ding"

Phillipp Steinhart: "Wenn du auswärts 2:0 führst, musst du auch die drei Punkte mitnehmen. Umso bitterer war es, dass wir uns in den letzten 15, 20 Minuten so unter Druck setzen ließen. Wir haben uns zu sehr hinten reindrücken lassen, haben uns nicht mehr getraut, Fußball zu spielen. Dann kassierst du in der letzten Minute so ein Freistoß-Ding. Man sieht, dass wir viele Tore aus Standards machen. Das trainieren wir auch. Aber nur darauf verlassen können wir uns auch nicht. Jetzt sind wir endgültig in der Dritten Liga angekommen: Du musst auch 95 Minuten aufpassen. Heute haben wir an Erfahrung dazu gewonnen. Aber trotzdem: Kopf hoch, am Sonntag geht's weiter."

"Öchsen"-Sturm der Löwen: Sascha Mölders (Mi.) und Adriano Grimaldi.
"Öchsen"-Sturm der Löwen: Sascha Mölders (Mi.) und Adriano Grimaldi. © imago/MIS

Adriano Grimaldi: Geilheit auf Pfiffe

Adriano Grimaldi über...

...seine Wadenverletzung: "Ich war tot und hatte bei jedem Schritt das Gefühl, dass die Wade platzt. Es war wahnsinnig bitter, von draußen zuzusehen. Ich lass' mich nie wieder auswechseln. Die Zeit verging einfach nicht."

...den Spielverlauf: "Wir machen es gut, haben gut verteidigt - wir haben jedes Ding rausgehauen. Klar, dass sie drücken und Qualität über Außen haben, auf ihre Kurve spielen. Aber bis zum Freistoß haben wir es gut verteidigt. Man muss den Spielverlauf sehen: Osnabrück hat gezeigt, warum sie die ersten beiden Spiele gewonnen haben. Die Kurve war lange nicht so voll. Es gibt eine kleine Euphorie in Osnabrück. Tabelle hin oder her, ich meine nur vom Spielverlauf. Die hatten 10:4-Ecken und haben gut gedrückt. Es wäre schön gewesen, hier zu bestehen."

...seine Vergangenheit beim VfL: "Es ist doch geil, ausgepfiffen zu werden. Wenn sie nichts machen würden, würden sie mich nicht kennen. Aber einige Fans pfeifen vielleicht, weil sie nicht Bescheid wissen. Ich habe hier zwei Jahre gespielt (2012-14, danach 2016 bis 2018 bei Osnabrücks Rivale Preußen Münster, d. Red.). Nach meine Wechsel zu Heidenheim musste ich mir einen neuen Verein suchen. Osnabrück wollte mich nicht, Münster wollte mich - da kann ich nicht lange überlegen, wo ich hingehe, sondern muss schauen, was auf dem Tisch liegt. Und dann war Münster da."

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