Schon wieder Kevin Goden! 1860-Flitzer bleibt vom Corona-Pech verfolgt

Kevin Goden muss nach einem schwierigen ersten Halbjahr den nächsten Rückschlag hinnehmen und kann Quarantäne-bedingt nicht mit ins Trainingslager mitreisen. In der zweiten Halbserie wird sich der Sommer-Neuzugang strecken müssen.
von  Bernhard Lackner
Kevin Goden hatte seit seiner Verpflichtung im Sommer immer wieder Rückschläge zu verkraften und wartet bei den Löwen noch auf seinen Durchbruch.
Kevin Goden hatte seit seiner Verpflichtung im Sommer immer wieder Rückschläge zu verkraften und wartet bei den Löwen noch auf seinen Durchbruch. © IMAGO / MIS

München - Kevin Goden ist ein ambitionierter Mann, das zeigte sich gleich nach seiner Ankunft in München. "Natürlich will man wieder zurück, wenn man schon mal Bundesligaluft geschnuppert hat", meinte der Flügelspieler kurz nach seiner Verpflichtung von Eintracht Braunschweig im Sommer bei seiner Vorstellungsrunde mit den Medienvertretern im Trainingslager in Windischgarsten.

Insgesamt fünf Spiele absolvierte Goden seinerzeit für den 1. FC Nürnberg im deutschen Fußball-Oberhaus, über drei Jahre ist das mittlerweile her. Von der Bundesliga ist der 22-Jährige aktuell weit entfernt, selbiges gilt für die Löwen. So schien es irgendwie passend, dass beide Parteien im Sommer zueinanderfanden. Goden wollte seine ins Stocken geratene Karriere in München wieder in Schwung bringen, 1860 sich nach dem vierten Platz in der Vorsaison den Traum vom Aufstieg erfüllen. Mit der Entwicklung seitdem dürften beide Seiten aber nicht wirklich zufrieden sein.

TSV 1860: Goden muss womöglich zwei Wochen in Quarantäne

In dieser Saison kam Goden in der Liga lediglich auf 239 Minuten Einsatzzeit, verteilt auf zehn Spiele. Nur ein Mal stand der gebürtige Bonner, der auf dem rechten Flügel flexibel einsetzbar ist, in der Startelf. Ansonsten musste er sich mit der Reservistenrolle begnügen - sofern er denn überhaupt zur Verfügung steht. Schon im September und Oktober war er aufgrund einer Corona-Infektion mehrere Wochen zum Zuschauen gezwungen.

Nachdem er zuletzt Kontakt zu einer Corona-infizierten Person hatte, befindet sich der Flügelspieler aktuell in Isolation. Nach AZ-Informationen handelt es sich dabei um seinen Vater. Goden selbst hat sich bereits einem weiteren Test unterzogen, der negativ ausfiel. Sollte es sich bei der Corona-Infektion seines Vaters um die Omikron-Variante handeln, wird er trotz doppelten Impfschutzes und Genesenen-Status für 14 Tage in Quarantäne gehen müssen.

Handelt es sich nicht um Omikron, könnte er sich zumindest nach fünf Tagen freitesten und wenigstens einen Teil der Winter-Vorbereitung absolvieren. Die Löwen warten nun auf die Rückmeldung vom Münchner Gesundheitsamt, ob er nachreisen kann. Sollte die Antwort nicht zeitnah kommen, rentiert sich ein Trip in die Türkei aber nicht mehr, da Sechzig am Samstag wieder abreist. "Schade für den Jungen", meinte Trainer Michael Köllner auf AZ-Nachfrage und konnte über dessen Pech nur den Kopf schütteln.

Während Goden zuschauen muss: Konkurrent Willsch kann sich präsentieren

Unabhängig davon bedeutet die neuerliche Isolation für Goden einen weiteren Rückschlag. Nach seinem schwierigen ersten Halbjahr hätte sich der pfeilschnelle Flügelspieler - laut eigener Aussage ist er die 100 Meter schon einmal in 10,8 Sekunden gelaufen - im Trainingslager für mehr Einsatzzeiten empfehlen können. Nun muss er Hauptkonkurrent Marius Willsch alleine das Feld überlassen.

Der etatmäßige Rechtsverteidiger hatte im vergangenen Jahr über Monate hinweg mit einer hartnäckigen Schambeinentzündung zu kämpfen und stand feierte erst Ende Oktober sein Saisondebüt. Gegen Ende des Jahres erkämpfte sich der 30-Jährige seinen Stammplatz wieder, wenngleich ihm die lange Pause durchaus noch anzumerken war.

Kevin Goden: Auf dem rechten Flügel haben andere die Nase vorn

Zum Auftakt in die zweite Saisonhälfte am 15. Januar gegen Wehen Wiesbaden dürfte Willsch, der in der vergangenen Spielzeit unter Michael Köllner rechts hinten absolut unumstritten war, aber endgültig wieder komplett fit sein und seinen Platz rechts hinten sicher haben. Was die offensiveren Positionen auf dem rechten Flügel angeht, werden Merveille Biankadi und Yannick Dreichmann wohl die Nase vorne haben.

Goden wird sich also auch in seinem zweiten Halbjahr bei den Löwen strecken müssen, um zu Einsätzen zu kommen. An der nötigen Mentalität mangelt es ihm jedenfalls nicht. "Wer kämpft, kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren", sagte der 22-Jährige nach seiner Infektion im Herbst im Löwen-Podcast: "Ich bin einer, der immer alles geben will, denn es ist eine Verschwendung, wenn man nicht 100 Prozent gibt." Es ist die richtige Einstellung - vom Erreichen seiner ambitionierten Ziele ist Goden derzeit schließlich noch immer weit entfernt.