Droht ein Rechtsstreit um Ehrenmitglied Papst Franziskus?

Dem TSV 1860 München droht ein bizarrer Rechtsstreit: Die Staatsanwaltschaft soll die Ehrenmitgliedschaft von Papst Franziskus untersuchen.
von  AZ / Onlineredaktion
Zwei Ehrenmitglieder des TSV 1860 München: Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus.
Zwei Ehrenmitglieder des TSV 1860 München: Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus. © dpa

Dem TSV 1860 München droht ein bizarrer Rechtsstreit: Die Staatsanwaltschaft soll die Ehrenmitgliedschaft von Papst Franziskus untersuchen.

München/Rom - Vor einigen Tagen noch war Gott zu Besuch beim Papst: Diego Armando Maradona, die Hand Gottes, hatte die Ehre einer Audienz bei Landsmann Jorge Mario Bergoglio, besser bekannt als Franziskus. Ob es beim Austausch den beiden wohl bekanntesten Argentiniern der Welt um überirdische Dinge ging, ist nicht überliefert. Wohl aber, dass Maradona ein Trikot mit der Nummer 10 und einer Widmung hinterließ.

Einen solchen Besuch hatten auch Delegierte des TSV 1860 jüngst vorgenommen. Ungeachtet der Tatsache, dass Franziskus bekennender Fan des argentinischen Erstligisten San Lorenzo de Almagro ist, hatte Vize-Präsident Peter Helfer dem Pontifex eine Urkunde der Ehrenmitgliedschaft bei den Löwen überreicht.

Diese aufoktruierte Zwangsehre ist nun nicht neu: Auch Benedikt XVI. war auf diese Art Teil der Löwen-Familie geworden. Nun gibt es aber ein Problem, und das hat einen Namen: Heinz Veauthier.

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Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, hat der Rechtsanwalt, der bereits Helmut Kirmaier bei dessen Klage gegen das aktuelle Präsidium zur Seite gestanden hatte, die Staatsanwaltschaft München gebeten, die Ehrenmitgliedschaft von Papst Franziskus auf ihre Rechtsgültigkeit zu überprüfen. Der Grund ist eben jener der ursprünglichen Auseinandersetzung zwischen Veauthier und den Löwen: die nicht korrekt abgelaufene Wahl des amtierenden Vorstands.

Veauthier sprach von einer "Totalfälschung" der Ehrenurkunde, die vom Präsidium nie hätte unterzeichnet werden dürfen, da dieses gar nicht rechtmäßig im Amt sei. "Dem Heiligen Vater ist jede Ehrerbietung zu gönnen. Um eine solche handelt es sich hierbei in der Tat jedoch nicht", so der Rechtsanwalt. "Mit Rücksicht auf das hohe Amt ist die von den Tätern primär eigensüchtig provozierte Ehrerbietung höchst unangemessen, ehrenrührig und strafrechtlich nicht irrelevant."

Kurzum: Veauthier wirft dem Präsidium des TSV 1860 Urkundenfälschung vor. Man darf gespannt sein, ob die Staatsanwaltschaft diesem Hinweis zeitnah nachgeht. In jedem Fall ist es eine weitere Episode im Streit zwischen Veauthier und Kirmaier auf der einen und dem Klub auf der anderen Seite.