Bitter: Gegen den Tabellenletzten verloren

Die Löwen vergeigen ihr Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Rostock und verlieren 0:1. 1860 zeigt die mit Abstand schlechteste Leistung der Saison.  
von  Marco Plein
Löwe Kevin Volland und Matthias Holst von Hansa Rostock im Zweikampf
Löwe Kevin Volland und Matthias Holst von Hansa Rostock im Zweikampf © dpa

Die Löwen vergeigen ihr Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Rostock und verlieren 0:1. 1860 zeigt die mit Abstand schlechteste Leistung der Saison.

München – Reiner Maurer war sich sicher gewesen vor dem Spiel gegen den Tabellenletzten aus Rostock. Seine Mannschaft würde in dieser Saison noch um Platz vier spielen, ja, sagte der Löwen-Trainer, der schon zuvor nicht mehr so recht an Platz glauben wollte, dafür werde man alles geben.

Was seine Mannschaft jedoch gegen das Schlusslicht von der Ostsee bot, sah eher danach aus, als glaube sie an rein gar nichts mehr in dieser Saison. Die Sechzger zeigten gegen Hansa, gegen das sie ja schon in der Hinrunde unnötig verloren hatten, ihre mit Abstand schlechteste Leistung in dieser Saison. Am Ende verloren die Löwen 0:1, wurden bitter ausgepfiffen – und mit den Ergebnis waren sie sogar noch gut bedient.

Schon nach wenigen Minuten rieben sich die ersten Zuschauer unter den 17.700 Gästen in der Arena verwundert die Augen. Waren sie hier bei einem Profispiel der zweithöchsten deutschen Spielklasse zu Gast? Oder sahen sie sich einen gemütlichen Hobbykick im Englischen Garten an? So uninspiriert, unkonzentriert und fehlerhaft wie 1860 antrat, hätte man meinen können, die Giesinger Profis befinden sich gedanklich schon im Sommerurlaub.

Einen besonders bitteren Auftritt erlebte Linksverteidiger Stefan Buck, der 1860 im Sommer verlassen wird und nach vielen Fehlern zur Halbzeit begleitet von lauten Pfiffen vom Feld musste – erst nach einer fürchterlichen ersten Halbzeit, in der die im Abschluss erschreckend schwachen Rostocker nichts aus ihren Chancen zu machen wussten, traute sich Löwen-Trainer Reiner Maurer, den jungen Sebastian Maier ins Spiel zu bringen. Und kurz nach dem 18 Jahre alten Offensivtalent kam auch der 19 Jahre alte Linksfüßer Phillipp Steinhart ins Spiel – für den jungen Mann mit den funkelnden Schuhen war es das erste Spiel bei den Profis.

Für Steinhart musste Stefan Aigner vom Feld, der sich an der rechten Hüfte verletzt hatte. Doch auch mit den jungen Kräften lief es bei den Löwen nicht besser, und so war es dann sogar unterhaltsamer, was die rund 1000 Rostocker Fans aus ihrem Fanblock verkündeten. Offensichtlich waren sie nicht so ganz damit einverstanden, wie Hansa-Trainer Wolfgang Wolf ihre Mannschaft vor dem Spiel eingestellt hatte, denn auf ihrem Spruchband war folgender Hinweis zu lesen: „Fußballtennis vorm wichtigen Spiel? Lasst die Scheiße sein, brecht Euch die Beine für unseren Verein!“ Auf dem Rasen tat sich derweil immer weniger.

Nach 68 Minuten rettete Gabor Kiraly gegen Rostocks Freddy Borg. Für die Löwen wäre Kevin Volland fast das erlösende Tor gelungen. Doch weder den Doppelpass mit Maximilian Nicu, noch die folgende Hereingabe von Steinhart brachte er im Tor unter. Und weil nach 74 Minuten erneut Volland vor des Gegners Tor scheiterte und die Löwen-Fans keine Lust auf die drohende Nullnummer hatten, forderten sie den lange verletzten Daniel Halfar, der nach fast einem halben Jahr Verletzungspause (Schambeinentzündung) überraschend auf der Bank saß. Tatsächlich erfüllte Maurer den Fanwunsch und brachte den Dribbler zwölf Minuten vor Schluss ins Spiel.

Nur wenige Sekunden später geschah das, was sich 80 Minuten lang angebahnt hatte. Nach einer Flanke von der linke Seite köpfte Rostocks Borg den Ball an den Innenpfosten, von wo er an Kiralys Rücken sprang. Als der Ungar sich nach dem Ball umdrehen wollte, schubste er ihn mit seinem linken Arm über die Linie – ein höchst unglücklicher Moment für den bis dahin sicher haltenden Torwart.

Die Löwen in der Einzelkritik