Bells erstes Tor für 1860: „Heute ist er der König“

Stefan Bell kam nach dem 2:1 gegen Augsburg mit einem Grinsen zu den wartenden Reportern in die Katakomben des Augsburger Stadions. Duschen wollte er erst nach den Interviews, jetzt wollte er reden und genießen.
von  Abendzeitung
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AUGSBURG - Stefan Bell kam nach dem 2:1 gegen Augsburg mit einem Grinsen zu den wartenden Reportern in die Katakomben des Augsburger Stadions. Duschen wollte er erst nach den Interviews, jetzt wollte er reden und genießen.

Vorher musste er noch schnell mal durchpusten. Dann fasste sich der 19-Jährige an den Kopf, so als hätte er noch gar nicht recht realisiert, was da eben passiert war. Bell hatte in seinem fünften Spiel für die Löwen sein erstes Tor erzielt und seine bisher beste Leistung gezeigt. Die Leihgabe aus Mainz war der beste Spieler auf dem Platz gewesen: In der Viererkette neben Mate Ghvinianidze absolut sicher, hatte er auch Akzente nach vorne setzen können.

„Wir haben von der ersten Minute an leidenschaftlich dagegen gehalten und so die Fans direkt auf unsere Seite bekommen. Wir haben das Spiel dominiert“, so Bell. „Die letzten zwei, drei Wochen wird es immer besser, und unsere Leistungen werden immer konstanter."

Und was sagte er zu seiner starken Leistung und seinem ersten Tor als Blauer? „Das erste Tor ist einfach klasse.“ Er hatte es mit dem Kopf erzielt nach einem Eckball von Benjamin Lauth.

Bell fasste sich nun wieder an den Kopf und sagte strahlend: „Das Siegtor und dann in einem Derby in Augsburg das ist schon eine geile Sache.“

Trainer Reiner Maurer stand nur wenige Meter neben dem Torschützen und fand nur lobende Worte für Bell: „Schön, dass Stefan heute ein Tor gemacht hat. Er ist ein Spieler mit Top-Potenzial – und dafür haben wir ihn ja geholt. Und er ist einer, der sich noch weiterentwickelt, der zuhört. In Duisburg hat er noch Lehrgeld bezahlt nach seinem Fehler beim Gegentreffer. Das Vertrauen danach hat ihm gut getan. Es hat sich gezeigt, dass es die richtige Entscheidung war ihn zu holen." Und: „Er gewinnt auch solche Sachen, die wichtig für uns sind wie eben heute. Manchmal bist du der Depp, heute aber ist Stefan der König.“

Konnte der Matchwinner den Erfolg gemeinsam mit seiner Freundin Dominique auf der Wiesn feiern? Bell schüttelte den Kopf: „Nein, das geht nicht, sie ist gerade daheim in Mainz.“ Dort haben sie ja schon seit Samstag etwas zu feiern, das mit Fußball und München zu tun hat.

Reinhard Franke