Kupka: "Herrlich ist unser Wunschkandidat"

Ex-Nationalstürmer  Heiko Herrlich soll Haching trainieren. Vize-Präsident Peter Grosser hört auf
von  Reinhard Franke

Unterhaching -  Aufregende Tage liegen hinter der SpVgg Unterhaching. Erst der in letzter Minute per SMS abgesagte Sponsoren-Deal, dann das überraschende Aus von Trainer Klaus Augenthaler, dann die Rettung des Klubs durch die Funktionäre, die Lizenzerteilung durch den DFB und schließlich der Rücktritt des Meisterlöwen, Ex-Trainers und langjährigen Vize-Präsidenten Peter Grosser. „Nachdem die letzte Saison doch sehr turbulent und nicht besonders glücklich verlaufen ist, möchte ich einem Neuanfang mit neuen und jüngeren Leuten nicht im Wege stehen“, teilte Grosser in seiner Rücktrittserklärung mit.
Nicht so freiwillig wie Grosser müssen die bisherigen Co-Trainer Matthias Lust und Rainer Berg den Verein verlassen. Nach der Lizenzerteilung am Mittwoch bekamen beide ihre Papiere. „Ich habe ihnen und auch Augenthaler einen Brief geschickt“, sagt Präsident Engelbert Kupka, „der neue Trainer bringt sein eigenes Team mit.“

Dieser neue Trainer soll Ex-Nationalspieler Heiko Herrlich sein. „Er ist unser Wunschkandidat“, verrät Kupka. Herrlich habe zwar noch nicht unterschrieben, aber „er hat grundsätzlich zugesagt“, so Kupka. Herrlich betreute zwischen 2007 und 2009 die deutsche U17- und später die U19-Nationalmannschaft und trainierte von Oktober 2009 bis April 2010 den VfL Bochum in der Bundesliga. Unter DFB-Sportdirektor Matthias Sammer wurde Herrlich 2002 mit Borussia Dortmund Deutscher Meister. Und Sammer, dessen Sohn Marvin bei der SpVgg Fußball spielt, soll den 39-Jährigen jetzt den Hachingern empfohlen haben. „Heiko Herrlich hat beim DFB bewiesen, dass er mit jungen Leuten arbeiten kann", so Kupka. Und weiter: „Unsere erste Mannschaft muss wesentlich aus der leistungsstarken Jugend kommen. Es muss ein Trainer gefunden werden, der die Jugendarbeit und die Arbeit mit der ersten Mannschaft eng verzahnt. Da wäre Herrlich ideal." Auch Manager Markus Grünberger ist begeistert vom Kandidaten: „Es gibt einige Kandidaten, aber ich hoffe, dass das mit Heiko klappt", sagt er. Zumal Herrlich wohl auch eine billige Lösung wäre. Grünberger: „Wir können für den Trainer nicht viel zahlen, er muss quasi ein Jahr umsonst arbeiten. Aber ihm geht es nicht ums Geld. Wir hatten ein sensationelles Gespräch. Er weiß, wie dreckig das Leben sein kann.“ Tatsächlich kennt Herrlich die Kehrseite des Lebens. Im Herbst 2000 wurde bei ihm ein bösartiger Gehirntumor festgestellt, der per Strahlentherapie bekämpft werden konnte. 2001 hatte Herrlich sein Comeback in der Bundesliga. Und wohl schon bald als Trainer.