Leverkusen top, Bremen flop

Leverkusen stürzt Werder in eine Krise, Kuranyi schießt Schalke zum Sieg - und Maik Franz macht seinem Ruf wieder alle Ehre. Die aktuellen Geschehnisse in der Fußball-Bundesliga - der zehnte Spieltag im Überblick.
von  Abendzeitung
Ex-Bayern-Stürmer Bruno Labbadia ist mit Bayer Leverkusen obenauf.
Ex-Bayern-Stürmer Bruno Labbadia ist mit Bayer Leverkusen obenauf. © Bongarts/GI

Leverkusen stürzt Werder in eine Krise, Kuranyi schießt Schalke zum Sieg - und Maik Franz macht seinem Ruf wieder alle Ehre. Die aktuellen Geschehnisse in der Fußball-Bundesliga - der zehnte Spieltag im Überblick.

Werder Bremen - Leverkusen 0:2

Bayer Leverkusen ist wieder zurück an der Tabellenspitze der Bundesliga. Das Team von Trainer Bruno Labbadia gewann bei Werder Bremen 2:0 (0:0) und verdrängte mit 21 Punkten Aufsteiger 1899 Hoffenheim (19) von Platz eins.

In Bremen war Werder über weite Strecken spielbestimmend, doch Bayer hielt jederzeit dagegen - und hatte im Tor einen Rene Adler, der immer da war, wenn er gebraucht wurde. Das Leverkusener Führungstor erzielte der Chilene Arturo Vidal (71.), der nach einer verunglückten Faustabwehr von Bremens Ersatztorwart Christian Vander aus kurzer Distanz nur noch einzuschieben brauchte. Der Ex-Bremer Manuel Friedrich machte schließlich alles klar (81.). Werder wartet damit seit vier Liga-Spielen auf einen Sieg.

Trainer Thomas Schaaf (Werder Bremen): „Wir bringen unser Spiel nicht durch und machen immer wieder die gleichen Fehler. Wir müssen nun Ruhe bewahren. Wir haben momentan nur ein Ziel, und das ist das nächste Spiel. wir haben zwar die eine oder andere Umstellung in unserem Spiel, es stehen aber immer noch elf gute Leute auf dem Platz.“

Trainer Bruno Labbadia (Bayer Leverkusen): „Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war toll. Wir haben in der Abwehr sehr gut gestanden und kaum Chancen zugelassen. Und vorne haben wir auf unsere Chance gewartet. Wir haben bislang in dieser Saison sehr gut gespielt und können das gut werten. Gegen ein Stück weit Euphorie ist nichts auszusetzen. Wir wissen aber auch, wo wir herkommen.“

Wolfsburg - Gladbach 3:0

Derweil kassierte Hans Meyer im zweiten Spiel nach seiner Rückkehr auf die Trainerbank von Borussia Mönchengladbach die erste Niederlage. Drei Tage nach dem glücklichen 1:0 gegen den Karlsruher SC verlor der fünfmalige deutsche Meister beim VfL Wolfsburg 0:3 (0: 1) und verpasste den Sprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz.

In Wolfsburg brachte der Brasilianer Grafite den VfL in der 40. Minute durch einen Foulelfmeter in Führung. Der Angreifer war zuvor selbst im Strafraum von Gladbachs Torwart Frederic Löhe gefoult worden. Der erst 20-jährige Löhe ersetzte überraschend anstelle von Christofer Heimeroth den verletzten Uwe Gospodarek und kam zu seinem Erstliga-Debüt. Beim 2:0 durch Alexander Madlung (55. ) war Löhe allerdings machtlos. Das 3:0 markierte Zvjezdan Misimovic (79.) erneut per Foulelfmeter.

Trainer Felix Magath (VfL Wolfsburg): „Wir haben schwer ins Spiel gefunden, aber das Tor kurz vor der Pause hat uns die nötige Sicherheit gegeben. Danach haben wir souveräner gespielt. Es war wichtig, nach der Niederlage am Wochenende bei den Bayern gleich mit einem Sieg zurückzukommen. Ich bin besonders zufrieden, dass wir endlich mal wieder zu Null gespielt haben.“

Trainer Hans Meyer (Borussia Mönchengladbach): „Wir haben 40 Minuten lang ein richtig gutes, solides Auswärtsspiel abgeliefert. Die Mannschaft hat sehr diszipliniert gespielt und nur wenig Chancen zugelassen. Allerdings hat sich mit dem 0:1 und noch mehr durch den Ausfall von Filip Daems das Spiel gewendet. Man hat in der zweiten Halbzeit gesehen, dass Wolfsburg einfach mehr Klasse hat.“

Karlsruher SC - Schalke 0:3

Schalke 04 gewann beim Karlsruher SC souverän mit 3:0 (2:0) und verbuchte nach vier Liga-Spielen in Folge ohne Sieg wieder einen Dreier. Während die Königsblauen zumindest vorläufig den dritten Tabellenplatz übernahmen, droht der KSC nach der vierten Niederlage in Folge immer weiter durchgereicht zu werden.

Schalke war in Karlsruhe klar überlegen und sorgte durch Tore von Kapitän Marcelo Bordon (15.) und Kevin Kuranyi (19.) schon früh für klare Verhältnisse. Der KSC verlor dann Kapitän Maik Franz, der in der 56. Minute Gelb-Rot sah, nachdem er die Zuschauer aus Sicht von FIFA-Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg) zu sehr angestachelt hatte. Jefferson Farfan (67.) sorgte für die Entscheidung.

Trainer Edmund Becker (Karlsruher SC): „Wir sind natürlich alles andere als zufrieden mit der Leistung und dem Ergebnis. Der Schlüssel für die Niederlage war die Anfangsphase des Spiels. Dort konnten wir nicht das umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Wenn man eine Mannschaft wie Schalke Fußball spielen lässt, dann hat man keine Chance.“

Trainer Fred Rutten (Schalke 04): „Wir wurden belohnt für die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben. Der KSC hatte nur ein, zwei Möglichkeiten. Ich bin froh, dass wir uns die Möglichkeiten in der Form herausspielen und glaube nicht, dass viele Mannschaften 3:0 in Karlsruhe gewinnen werden.“

Bielefeld - Energie Cottbus 1:1

Tabellenletzter bleibt Energie Cottbus. Die Lausitzer holten beim 1:1 (1:0) im Kellerduell bei Arminia Bielefeld aber immerhin einen Punkt. Dabei brachte Dimitar Rangelow die Gäste in der 31. Minute zunächst in Führung und kassierte nur 13 Minuten später wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Artur Wichniarek (63.) gelang mit seinem siebten Saisontor der Ausgleich für die Arminia, die zumindest bis Mittwoch die Abstiegszone verließ.

Trainer Michael Frontzeck (Arminia Bielefeld): „Wir haben nicht schlecht gespielt, allerdings die letzte Konsequenz am gegnerischen Strafraum vermissen lassen. Der erste Fehler wurde direkt bestraft. Wir sind zumindest verdient zum Ausgleich gekommen, und wir hätten sogar noch das 2:1 erzielen können.“

Trainer Bojan Prasnikar (Energie Cottbus): "Wir haben auswärts einen Punkt geholt. Damit bin ich zufrieden, weil wir in der zweiten Halbzeit in Unterzahl gespielt haben. Wir wissen, dass wir uns in den unteren Tabellenregionen bewegen werden, aber die Saison ist ja noch lang."