Van Bommel kritisiert Klinsmann: "Wir hatten keine Prinzipien, keine Idee"

Der Ex-Kapitän van Bommel kritisiert die Arbeit von Klinsmann bei den Bayern: "Siege nur mit Glück und Zufall."
von  Maximilian Koch
Bei den Bayern einst nicht immer einer Meinung: Jürgen Klinsmann (l) und Mark van Bommel. (Archivbild)
Bei den Bayern einst nicht immer einer Meinung: Jürgen Klinsmann (l) und Mark van Bommel. (Archivbild) © Andreas Gebert/dpa

München - In einer, aber wirklich nur in einer Hinsicht erinnert der FC Bayern in dieser Saison an die Zeit unter Ex-Trainer Jürgen Klinsmann.

13 Gegentore musste die Mannschaft von Coach Hansi Flick an den ersten neun Spieltagen der Bundesliga hinnehmen, das hatte es zuletzt 2008/09 unter Klinsmann gegeben. Damals waren es sogar 15 Gegentreffer. Sonst aber macht Flicks Team alles besser. Die Klinsmann-Ära bleibt ein dunkler Fleck in der Klub-Historie. Daran erinnerte nun auch Ex-Kapitän Mark van Bommel.

Im "Bild"-Podcast "Phrasenmäher" kritisierte der Niederländer seinen ehemaligen Coach. "Wir haben keine gute Absprache gehabt und die Mannschaft brauchte einen richtigen Trainer, der vorgibt, was passieren muss, was los ist und was passieren kann. Und das war nicht der Fall mit Klinsmann, und da haben wir eigentlich eine Saison verloren", sagte van Bommel.

Erst Fitness dann die Taktik

Der Kapitän versuchte damals, Klinsmann zu helfen. "Ich war beim Trainer in der Kabine und habe gesagt: ,Wenn wir so weiterspielen, dann ist es nur Glück und Zufall, wenn wir Spiele gewinnen.'" Klinsmann habe das aber nicht ernst genommen und nur erwidert: ",Ja, Mark, wir müssen fit sein und dann können wir jeden schlagen. Das kommt später noch mal, das Taktische.'"

Van Bommel erklärte weiter, er habe schon am Ende der Vorbereitung gewusst, dass es mit Klinsmann nichts werden könne: "Wir hatten keine Prinzipien. Wir hatten keine Idee. Deswegen war es so schwierig. Deswegen haben wir zwei, drei Spiele gewonnen und dann haben wir wieder zwei verloren. So aus dem Nichts. Also wenn es lief, war es gut. Und wenn es nicht lief, mussten wir Glück oder Zufall haben, um zu gewinnen. Das hatte ich am Anfang gespürt." Und das konnte natürlich nicht gutgehen. Im April 2009 wurde Klinsmann schließlich entlassen.