Uli Hoeneß: Der große AZ-Rückblick zum 66. Geburtstag

Bayern-Präsident Uli Hoeneß wird am Freitag 66. Die AZ erinnert an viele denkwürdige Momente: Der verschossene Elfer, der Flugzeugabsturz, die Steueraffäre, große Erfolge und das Comeback.
von  Maximilian Koch
Erfolge, Flugzeugabsturz, Steueraffäre, Tränen- und Wut-Auftritte: Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der am Freitag 66 wird, blickt auf ein bewegtes Leben zurück.
Erfolge, Flugzeugabsturz, Steueraffäre, Tränen- und Wut-Auftritte: Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der am Freitag 66 wird, blickt auf ein bewegtes Leben zurück. © dpa, Screenshot ZDF

Bayern-Trainer Jupp Heynckes lachte vergnügt, dann schickte er Geburtstagsgrüße aus dem fernen Doha an seinen Freund und Präsidenten Uli Hoeneß nach München. "Mit 66 Jahren fängt das Leben an", sagte der Bayern-Trainer zur AZ und fügte hinzu: "Das weiß ich ja aus eigener Erfahrung."

Sechs Jahre ist es bei Heynckes (72) her, dass er den Udo-Jürgens-Klassiker zu seinem Ehrentag zitieren durfte - an diesem Freitag ist nun Hoeneß dran. 66 Jahre wird der gebürtige Ulmer alt, er verbringt den Schnapszahl-Geburtstag bei der Familie, verzichtet diesmal auf eine Reise nach Katar.

Zu seinem Jubiläum erinnert die AZ an besondere Meilensteine in Hoeneß' Karriere.

Uli Hoeneß: Die sportliche Laufbahn

Der erfolgreiche Spieler: Am 15. August 1970 bestreitet Uli Hoeneß als 18-Jähriger sein erstes Bundesliga-Spiel für den FC Bayern, gegen den VfB Stuttgart heißt es am Ende 1:1. Der Außenstürmer Hoeneß wird zum Weltklasse-Mann, zum kongenialen Partner von Gerd Müller, zum Titelsammler: Er wird einmal Pokalsieger, dreimal in Folge deutscher Meister (1972 bis '74), holt dreimal in Folge den Europacup der Landesmeister (1974 bis '76), mit Deutschland den EM-Titel (1972) und die Weltmeisterschaft im eigenen Land (1974). Für den FC Bayern erzielt Hoeneß insgesamt 106 Tore.

Der sportliche Tiefpunkt: Die "Nacht von Belgrad" wird für Hoeneß zum Albtraum-Erlebnis. Im EM-Finale 1976 gegen die Tschechoslowakei vergibt Hoeneß im Elfmeterschießen den entscheidenden Strafstoß. Er schießt so weit über das Tor, dass Franz Beckenbauer später sagt: "Den Ball suchen sie noch heute." Hoeneß selbst erklärt, er sei in diesem Moment "apathisch" gewesen, "alles um mich rückte in weite Ferne, wurde grau. Ich registrierte nichts mehr."

Uli Hoeneß: Karriere als Manager

Der Wechsel ins Management: 1979 beendet Hoeneß wegen eines Knorpelschadens im Knie seine Spielerkarriere, er wird Bayern-Manager - mit gerade einmal 27 Jahren. Doch Hoeneß gelingt der Umstieg schnell: Gleich in seinem ersten Jahr wird Bayern Meister, der Jahresumsatz von damals zwölf Millionen Mark (bei sieben Millionen Schulden) steigt dank Vermarktungstalent Hoeneß in den folgenden Jahren steil nach oben.

Der Flugzeugabsturz: Am 17. Februar 1982 hat Hoeneß einen Schutzengel an Bord, als er den Absturz eines Privatjets in der Nähe von Hannover überlebt - als einziger von vier Insassen. Hoeneß wollte zum Länderspiel zwischen Deutschland und Portugal, er schläft im hinteren Bereich der Maschine, als das Unglück passiert. Ein Jäger findet Hoeneß später im Wald, blutüberströmt, aber ohne lebensgefährliche Verletzungen.

Der Sportstudio-Clinch: Im Meisterschaftsendspurt 1989 trifft Hoeneß im ZDF-Sportstudio auf einen seiner Lieblingsrivalen: Christoph Daum. Der Trainer des 1. FC Köln hatte wochenlang gegen die Bayern gestichelt, nun schlägt Hoeneß zurück und verteidigt seinen Coach Jupp Heynckes. Hoeneß zu Daum: "Du hast über Jupp Heynckes gesagt, er könne Werbung für Schlaftabletten machen." Daums Antwort: "Richtig." Hoeneß weiter: "Du hast gesagt, die Wetterkarte sei interessanter als ein Gespräch mit Jupp Heynckes." Daum: "Richtig. Dazu stehe ich auch." Noch mal Hoeneß: "Am nächsten Donnerstag ist dein Weg zu Ende." Der Bayern-Macher gewinnt die Privatfehde, Daums Kölner unterliegen wenige Tage später mit 1:3, Hoeneß und die Bayern dürfen den Meistertitel feiern. In der Kokainaffäre im Jahr 2000 scheitert Daum dann erneut an Hoeneß, der die öffentliche Debatte ausgelöst hatte.

Uli Hoeneß: Das Projekt FC Bayern und die Steuerhinterziehung

Das Prestigeprojekt: Hoeneß formt den FC Bayern über Jahrzehnte zum erfolgreichsten deutschen Klub, zieht immer größere Sponsoren an Land - doch der größte Erfolg des Managers ist ein Stadion. 2005 wird die Allianz Arena eröffnet, sie macht Bayern endgültig zum Big Player, zur Weltmarke. Heute ist die Arena abbezahlt, sie garantiert dem Verein finanzielle Unabhängigkeit.

Die Steueraffäre: 2009 wechselt Hoeneß vom Management ins Präsidentenamt, doch leise wird es anschließend nicht um ihn. Im Gegenteil. Anfang 2013 gelingt Hoeneß ein Coup mit der Verpflichtung von Trainer Pep Guardiola - doch wenig später bringt ihn die Steueraffäre zu Fall. Hoeneß hatte in den Jahren zuvor über ein geheimes Konto in der Schweiz an der Börse gezockt und Millionen an Steuern hinterzogen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, Hoeneß weint auf der Jahreshauptversammlung der Bayern im November 2013 hemmungslos, 2014 wird er schließlich zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Familie um Ehefrau Susi und die Kinder Sabine und Florian stützt Hoeneß, genauso der FC Bayern. Als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender muss Hoeneß zurücktreten.

Das Comeback: Nachdem er zuvor schon als Freigänger bei den Bayern gearbeitet hatte, wird Hoeneß am 29. Februar 2016 aus der Haft entlassen - und startet sein Comeback. Am 25. November 2016 wird er schließlich wieder zum Präsidenten des FC Bayern gewählt, inzwischen hat er seine alte Rolle wieder eingenommen. Während andere in diesem Alter in Rente gehen, ist Hoeneß noch immer der Mr. FC Bayern. Oder, um es mit Udo Jürgens' Worten zu sagen: "Mit 66 ist noch lange nicht Schluss!"

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