Thomas Müller: Kreisklasse? Weltklasse!

Thomas Müller wundert sich über seine Fehler – und die Genialität beim 2:0-Treffer.
von  Thomas Becker
Thomas Müller (r) erzielt mit diesem Schuss den Treffer zum 2:0 vorbei an Schalkes Julian Draxler.
Thomas Müller (r) erzielt mit diesem Schuss den Treffer zum 2:0 vorbei an Schalkes Julian Draxler. © dpa

"Thomas spielt eine überragende Saison bisher.“ Sagte Bayern-Coach Jupp Heynckes über den Spieler, den er Tage zuvor auf die Bank komplimentiert hatte. Der dann aber nach einem Treffer und einer Vorlage beim 2:0 auf Schalke eine feine Ligabilanz vorweisen kann: vier Spiele, vier Tore, vier Assists.
Bei Thomas Müller läuft’s wieder. Obwohl es auf Schalke manchmal nicht so aussah: Da versprangen ihm Bälle, „da hätten sie in der Kreisklasse noch geschimpft“, meinte Müller, „ich weiß nicht, was da los war. Aber sowas passiert mir halt auch. Ich versuche da immer an mich zu glauben und trotzdem weiterzumachen. Heute hat’s wunderbar funktioniert. Da bedanke ich mich auch bei der Mannschaft, dass sie mir trotzdem noch ein paar Bälle zugespielt haben.“
Jupp Heynckes habe „keine Sekunde gezweifelt, ihn weiterspielen zu lassen“, denn: „Er hat unglückliche Situationen, ist nicht ballsicher, aber er ist immer laufstark, agil und hat großes Engagement für die Mannschaft. Und er ist aufgrund seiner Spielweise unberechenbar.“ Wohl wahr: Wie Müller vor dem 2:0 Gegenspieler Christian Fuchs tunnelte, auch Julian Draxler und Joel Matip versetzte und aus spitzem Winkel traf, war genial, fast wieder Weltklasse. Wie er das gemacht hat? „Ich würde sagen, es war Außenrist. Aber fragen Sie mich nicht. Es ist einfach passiert.“ Und die Aussicht, dass er dennoch auf die Bank muss? „An diese Situation müssen wir uns gewöhnen. Den Verein bringt es ja vorwärts."