Rummenigge schießt gegen Spanier, Völler und Bruchhagen

Karl-Heinz Rummenigge giftet gegen den spanischen Verband, Rudi Völler und Heribert Bruchhagen. Im Dialog mit den Ultra-Fans des FC Bayern streckt er die Hand aus.
von  mei

Karl-Heinz Rummenigge giftet gegen den spanischen Verband, Rudi Völler und Heribert Bruchhagen. Im Dialog mit den Ultra-Fans des FC Bayern streckt er die Hand aus.

Samerberg - Die Bayern in Filmlaune: Der Wembley-Film läuft seit Donnerstag in deutschen Kinos, ein weiterer Film über den FC Bayern ist bereits in der Mache.

Die Produktion mit dem Arbeitstitel "Landauer" beschäftigt sich jedoch nicht mit den jüngsten Erfolgen des FC Bayern, sondern mit den ältesten: Der Film handelt vom Leben und Wirken des jüdischen Präsidenten Kurt Landauer, in dessen Ära die Bayern 1932 zum ersten Mal die Deutsche Meisterschaft gewannen.

Am Donnerstat stattete der aktuelle Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge dem Drehort einen Besuch ab und sprach dort über Landauer, die Fan-Problematik in der Allianz Arena und teilte gegen den spanischen Verband, Rudi Völler und Heribert Bruchhagen aus.

Karl-Heinz Rummenigge beim Dreh des Filmes über den ehemaligen Präsidenten Kurt Landauer über…

…den Namen Kurt Landauer: "Ich habe von 1974 bis 1984 für den FC Bayern gespielt, in dieser Zeit ist mir der Name nicht einmal untergekommen. Die Ultra-Gruppierung hat viel dafür getan, dass Landauer jetzt zu Recht sehr bekannt ist. Wir hatten damals den Titel eines Judenklubs und mussten Repressalien in Kauf nehmen. Der Film kann noch viel Licht ins Verborgene bringen. Dafür muss man sich aus Bayern-Sicht nicht schämen."

…die Fan-Problematik: "Ich erhoffe mir ein Miteinander und einen Dialog zum Wohle des FC Bayern. Jeder von uns geht ins Stadion, um Spaß zu haben. Bei einem stimmungsarmen Spiel wie gegen Gladbach haben das weder die Fans, noch die Spieler – und die Verantwortlichen auch nicht. Die Ultras haben auch ihre Gründe. Daher versuchen wir eine pragmatische Lösung mit dem Testlauf bei einem der nächsten Heimspiele mit freier Blockwahl. Das wird am Ende des Tages dazu führen, dass Leute, die zusammenstehen wollen, zusammenstehen können. Ich bin gutgläubig, aber nicht blauäugig. Wir müssen uns auch an Richtlinien halten."

…die Abstellung der Spanier zum Testländerspiel: "Wir haben Thiago und Javi Martínez mit Wohlwollen gegenüber dem spanischen Verbands abgestellt. Laut Statuten hätten wir das nicht tun müssen. Was da passiert ist, sollte nicht noch einmal passieren. Sonst müssen wir die Statuten etwas genauer betrachten."

…Aussagen von Rudi Völler und Heribert Bruchhagen: "Das waren überflüssige Aussagen, die ich nicht überbewerten möchte. Man sollte nicht auf die zeigen, die erfolgreich sind. Franz Beckenbauer hat einmal gesagt: Man soll nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen, sonst zeigen drei zurück. Frankfurt stellt keinen schlechteren Standort dar als Dortmund. Die waren 2004 pleite und haben gezeigt, dass man mit guten Leuten viel erreichen kann."

…das Verhältnis von Pep Guardiola zu José Mourinho und den anstehenden Europäischen Supercup: "Das ist der letzte Titel, der uns auf dem Briefkopf fehlt. Wir wollen den Titel nach München holen. Das Verhältnis von Pep zu Mourinho wirkte zuletzt etwas gespannt. Man könnte eventuell dafür sorgen, dass sich das etwas entspannt."

…den Rassismus-Eklat bei 1860: "Da Costa hatte Recht damit, dass er das kundtut. Wir müssen trotzdem vorsichtig sein, eine ganze Kurve oder die Fans zu diskreditieren. Es handelte sich um ein bis drei Personen. Der Klub 1860 konnte nichts dafür."

Franck Ribéry als Europas Fußballer des Jahres: "Ich fliege mit Franck nach Monte Carlo und von dort aus nach Prag. Für solche Wahlen spiele Titel eine Rolle, Franck ist Triple-Sieger. Das kann er in die Waagschale werfen."