PSG in München: Der Zirkus ist in der Stadt

Paris St. Germain kommt mit dem Top-Trio Neymar, Mbappé und Cavani. "Wir wollen ein Zeichen setzen".
von  Patrick Strasser
30 Stunden in München: die Millionen-Truppe von Paris.
30 Stunden in München: die Millionen-Truppe von Paris. © dpa

München - Ein Kurztrip. Lediglich 30 Stunden ist Paris St. Germain in München, absolvierte das Abschlusstraining am Montag noch auf dem heimischen Gelände "Ooredoo" in Saint-Germain en Lave - bei Sonnenschein.

Gute Entscheidung. Erst am Abend landeten die Franzosen in München. Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge nannte die Startruppe "Galacticos". Einst hatte man die Künstlervereinigung von Real Madrid als "Galaktische" bezeichnet. Damals als Ronaldo, Zinedine Zidane, Roberto Carlos und Luis Figo dem weißen Ballett alle Ehre machten.

In der Neuzeit möchten die Neureichen von PSG, mit Milliarden aus Katar gepimpt, die Machtverhältnisse im europäischen Fußball ändern. 24 Tore hat Paris allein in der Königsklasse erzielt - Vorrundenrekord! Fünf Spiele, fünf Siege. Nummer sechs im Visier. "Finish First", also "als Erster abschließen", heißt es in den Vereinsmedien, ist das Ziel. Spielt PSG heute wirklich volle Pulle? Oder werden nach der ersten Niederlage in der heimischen Ligue 1 Superstars für die kommenden Aufgaben geschont?

"Das Spiel wird ein großer Test. Ich bin nicht besorgt. Die Mannschaft ist stark, wir verlieren unseren Optimismus nicht. Auch wir wollen ein Zeichen setzen", sagte Trainer Unai Emery. Der Spanier erwartet "ein schwieriges Spiel". Denn, so sagt er: "Die Bayern gehören zu den Mannschaften, die die Champions League gewinnen können". Die üblichen Freundlichkeiten.

Der Zirkus ist in der Stadt: Auf dem Platz wollen die Superstars den Bayern noch einmal ihre Klasse beweisen.

Gruppensieg nicht abgehakt! Bayerns größte Aufholjagden

Etwa 222-Millionen-Euro-Mann Neymar (25), dessen Privilegien und Sonderrechte Unruhe im Klub generierten. Schon legendär: Der Elfmeter-Zoff des Brasilianers mit Top-Torjäger Edinson Cavani (30) aus Uruguay. Eitelkeiten soweit das Auge reicht.

Der Marktwert der Mega-Truppe liegt bei schlappen 648,4 Millionen Euro. Allein im Transferfenster Sommer 2017 gab man 238 Millionen Euro aus, die Summe kommt zustande, weil Sturm-Talent Kylian Mbappé (18) von AS Monaco ausgeliehen wurde, bei vereinbarten Kauf sind 180 Millionen fällig. Für DFB-Nationalspieler Julian Draxler zahlte man im Januar läppische 40 Millionen an den VfL Wolfsburg.

Der Linksaußen (24) sitzt im Verein oft auf der Bank, dennoch wird es schwer sein, Draxler aus Paris wegzulocken - selbst für den FC Bayern. "Es kann nicht sein, dass man in relativ jungen Jahren jedes Jahr oder alle zwei Jahre den Verein wechselt. Man muss sich auch mal durchbeißen", sagte Bayerns Ex-Kapitän Stefan Effenberg. Draxlers Vorteil sei seine Flexibilität.

Nationaltorhüter Kevin Trapp (27), aktuell in Paris nur die Nummer zwei, empfahl Effenberg dagegen einen Wechsel im Winter, "um eventuell noch auf den WM-Zug aufzuspringen. Ohne Praxis hat das ein Spieler nicht verdient."

Nach dem Spiel reist der PSG-Tross übrigens flott zurück nach Frankreich. Per Ausnahmegenehmigung. Abflug ist um 1 Uhr in der Nacht zum Donnerstag.

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