Neuers Revier: Die Zeugnisse für die Torhüter des FC Bayern

Der Kapitän und Torhüter des FC Bayern hat ein starkes Halbjahr hinter sich - und in 2022 einiges vor. "Wir können uns auf die Champions League freuen." Teil eins der AZ-Hinrundenzeugnisse.
von  Maximilian Koch
Bayern-Keeper Neuer nach der Partie gegen Freiburg.
Bayern-Keeper Neuer nach der Partie gegen Freiburg. © imago/Nordphoto

Manuel Neuer erging es in so manchem Spiel wie am Freitagabend zum Hinrundenabschluss gegen den VfL Wolfsburg (4:0): Die Kälte war sein größter Gegner.

Warmhalten für die wichtigen Situationen

"Gerade wenn es so kalt ist in den Wintermonaten, ist es nicht so easy für den Torwart, wenn hinten so wenig los ist", sagte der Bayern-Kapitän: "Man muss sich dann selbst warmhalten und in den Situationen, in denen man gebraucht wird, auch da sein." Und das war Neuer - wie so oft.

Neuer freut sich auf die "heißen Monate"

In der ersten Halbzeit vereitelte er eine Großchance von Wout Weghorst, sonst war sein Strafraum eher Sperrgebiet für die zahnlosen "Wölfe". Neuer zog später ein positives Fazit dieser Hinrunde. "Wir hatten ein paar negative Spiele, das Pokal-Aus, die Niederlage gegen Frankfurt, aber im Großen und Ganzen haben wir gegen Topmannschaften gute Leistungen gezeigt", sagte er: "Deswegen können wir uns auf die heißen Monate freuen - und auf die Champions League."

Die Hinrundenzeugnisse der FCB-Torhüter

Um in der Königsklasse erfolgreich zu sein, brauchen die Münchner Neuer weiter in Bestform. Im ersten Teil der Hinrundenzeugnisse vergibt die AZ nun Noten an die Bayern-Torhüter.

Manuel Neuer: 16 Gegentore kassierte der Keeper in 17 Ligaspielen, Neuer ist auf einem guten Weg, unter der Marke der Vorsaison zu bleiben. Da klingelte es satte 44 Mal im Münchner Kasten. Dennoch gibt es Verbesserungsbedarf in der Defensive, Neuer musste einige Patzer seiner Vorderleute ausbügeln.

Insgesamt ist die Bilanz mit 25 Gegentreffern in 25 Pflichtspielen ordentlich, jedoch nicht herausragend. Neuers unverschuldeter Tiefpunkt: Das 0:5 im DFB-Pokal bei Borussia Mönchengladbach, als der Torwart von seinen Kollegen komplett im Stich gelassen wurde.

Zehnmal hielt Neuer sein Tor insgesamt sauber, viermal davon in sechs Champions-League-Spielen. Die Stabilität der Königsklasse braucht Bayern wettbewerbsübergreifend. Neuer hofft, dass die gesamte Mannschaft in der Rückrunde das Niveau steigern kann - ähnlich wie Robert Lewandowski, einer der Spieler der Hinserie.

"Lewy gehört als unser Superstar immer dazu, das ist klar", so Neuer: "Aber ich glaube, wir sind auf allen Positionen mehr als einfach gut besetzt. Ich denke, wir als Mannschaft sind der Star." Note 2

Sven Ulreich: Nur ein Einsatz steht in der Bilanz des Ersatztorhüters, der im Sommer vom Hamburger SV zu Bayern zurückgekehrt ist. In der ersten Pokalrunde durfte Ulreich über 90 Minuten gegen Oberliga-Klub Bremer SV ran (12:0).

Lange Verletzungspause: Sven Ulreich.
Lange Verletzungspause: Sven Ulreich. © picture alliance/dpa

Anschließend hatte der Keeper Pech: Nach einem Zusammenprall im Training mit Michaël Cuisance zog er sich einen Innenbandanriss im rechten Knie zu und fiel wochenlang aus. Im neuen Jahr will er bei voller Fitness wieder angreifen. Ohne Note

Christian Früchtl: Nach Ulreichs Verletzung rückte der 21-Jährige dauerhaft in den Bayern-Kader, zu einer Spielminute reichte es aber nicht. Früchtl kam dafür zweimal in der Regionalliga Bayern zum Einsatz (vier Gegentore). Ob der Nachwuchskeeper (Vertrag bis 2023) eine Zukunft bei Bayern hat, ist offen.

Ulreich-Vertreter als Nummer zwei: Christian Früchtl.
Ulreich-Vertreter als Nummer zwei: Christian Früchtl. © picture alliance/dpa

Sein Leihgeschäft zum 1. FC Nürnberg verlief nicht erfolgreich, womöglich nimmt er im Sommer andernorts einen neuen Anlauf. Einiges hängt davon ab, was mit Alexander Nübel passiert. Der Keeper ist bis 2023 nach Frankreich an AS Monaco ausgeliehen. Ohne Note