Müller, Robben, Costa: Bayerns Traum-Trio

Müller, Costa und Robben brillieren gegen Bayer Leverkusen. Die AZ analysiert die drei Showmänner in Bayerns Offensive.
von  Patrick Strasser
Überragend: Arjen Robben, Thomas Müller und Douglas Costa.
Überragend: Arjen Robben, Thomas Müller und Douglas Costa. © Rauchensteiner/Augenklick

München - In der A- und B-Note lagen Differenzen bei der staunenden Beurteilung dessen, was die Leverkusener da gerade erlebt hatten am Samstagabend. „Das ist neben Barcelona europaweit die beste Mannschaft“, würdigte Bayers Sportchef Rudi Völler die Leistung des Meisters und Titelverteidigers FC Bayern. Leverkusens Trainer Roger Schmidt sprach gar von der „besten Mannschaft der Welt“. Und schon hatte er seine Erklärung für das souveräne 3:0 der Bayern: „Wenn man in München spielt und verliert, braucht man keine Ausreden.“ Oder eben Spieler, die in der Lage sind, das Offensiv-Trio Thomas Müller, Arjen Robben und Neuzugang Douglas Costa zu stoppen. Nur: Geht das überhaupt?
Drei Spiele, drei Siege. An acht der zehn bisherigen Liga-Treffer dieser Saison war das Top-Trio beteiligt. Und wenn Mittelstürmer Robert Lewandowski mal einen schlechten Tag erwischt und ohne eigenes Tor bleibt wie diesen Samstag – egal. Die anderen machen’s. Wohl dem, der einen Müller, einen Robben und einen Costa hat. Die AZ beleuchtet die Frühform der drei Showmänner in Bayerns Offensive:

Thomas Müller: Der 25-Jährige ist aufgestiegen in diesem Sommer, ist nun der Boss der Offensive. In seinem 200. Bundesligaspiel erzielte er seine Tore Nummer 75 und 76, führt die aktuelle Torjägerliste mit fünf Treffern an. Nach sechs Wochen Urlaub im turnierfreien Sommer 2015 legte Müller einen Kickstart in die EM-Saison hin. „Ich genieße einfach den Moment“, sagte er und sprach bei „Sky“ offen über seine Entwicklung: „Es ist schön, wenn man im Laufe der Zeit nicht unbedingt schwächer wird.“ Was ihn, den die Bayern in der Transferperiode als unverkäuflich (Rummenigge: „Müller hat kein Preisschild“) einstuften, ehrt, ist die Ehrlichkeit: „Wir hätten’s noch viel besser spielen können. Auch ich habe zu viele Bälle verloren in der ersten Halbzeit.“

Douglas Costa: Wenn der Brasilianer über die linke Seite den Turbo zündet, geht ein Raunen durch die Arena. „Costa macht uns Freude“, sagt Sportvorstand Matthias Sammer. Auch die Teamkollegen werden nicht müde, den besten Einkauf der Bayern der letzten Jahre (mit 30 Millionen Euro Ablöse angesichts der Summe, die die Engländer momentan bezahlen geradezu ein Schnäppchen!) beständig zu loben: „Douglas ist eine Waffe, er legt sich den Ball am Verteidiger vorbei, die Flanke kannst du dann fast nicht verhindern“, so Müller, der beim 1:0 von Costas Antritt und Pass profitierte. Und schon vor Wochen hatte Trainer Pep Guardiola richtig vorhergesagt: „Costa macht die Stürmer in der Mitte besser.“ Der 24-Jährige sei „mit Ball schneller als Usain Bolt“, sagte Robben und lachte.

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Arjen Robben: Als die Südkurve nach seinem Elfmeter-Tor zum 3:0 wieder den Wembley-Klassiker („Ich hab’ geträumt von Dir... der Arjen hat’s gemacht“) hob er den Daumen und grinste in Richtung der Fans. Robben genießt sein Standing und seine Popularität. Aktuell spielt sogar sein Körper mit. „Es geht immer besser“, sagte er, „ich komme immer besser in meinen Rhythmus.“ Guardiola gibt ihm mehr und mehr Minuten, gegen Leverkusen waren es 78, dann durfte Mario Götze noch kurz ran.

Ach ja, den gibt es ja auch noch in der Offensive. Nicht zu vergessen den verletzten Franck Ribéry. Doch den Ton geben Müller, Costa & Robben an. Sie machen die Erfolgsmusik.
Es läuft bei Bayern. „Wir sind erst am Anfang. Wir sollten uns daran orientieren, was gut war, aber mehr ist auch nicht passiert“, meinte Sammer und stellte klar: „Es gibt keine fünf Punkte für das Spiel oder einen Bonus.“ Aber fünf Sterne – für dieses Trio.