Lewandowski vor der Krönung: Matthäus spricht in der AZ

Robert Lewandowski bleibt beim 1:0-Sieg gegen Arminia Bielefeld torlos, an diesem Montag erhält er in Paris wohl den Ballon d'Or. "Für mich ist die Sache eindeutig", sagt Lothar Matthäus in der AZ.
von  Maximilian Koch
In der laufenden Saison steht Robert Lewandowski bei 25 Treffern in 20 Spielen.
In der laufenden Saison steht Robert Lewandowski bei 25 Treffern in 20 Spielen. © Efrem Lukatsky/AP/dpa/Archivbild

Lothar Matthäus, 1990 Sieger beim Ballon d'Or und 1991 Weltfußballer, hat gar keine Bedenken. "Ich bin nicht gespannt, für mich ist es klar", sagte Matthäus am Samstagabend beim 1:0-Sieg des FC Bayern gegen Arminia Bielefeld zur AZ: "Es kann nur einen Sieger geben - und das ist Robert Lewandowski. Wenn man die Leistung über das ganze Jahr sieht, ist er klar der Beste. Auch Lionel Messi spielt in diesem Jahr nicht auf Lewandowskis Niveau. Für mich ist die Sache eindeutig."

Thomas Müller stellt klar: "Lewy muss das Ding holen - fertig!"

An diesem Montagabend wird in Paris der Ballon d'Or vergeben, der goldene Ball von "France Football" für den besten Spieler des Jahres. Es geht um Ruhm um Ehre, um Prestige. Seit 2008 gewannen mit einer Ausnahme immer Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi - 2018 setzte sich Luka Modric durch. Und diesmal Lewy?

"Lewy muss das Ding holen - fertig!", sagte Teamkollege Thomas Müller. "Ich betone nochmal, dass es kein Spieler mehr verdient als Robert. Das steht außer Frage", erklärte Bayern-Trainer Julian Nagelsmann.

Lewandowski-Unterstützer in Paris

Für Lewandowski spricht, dass er in der vergangenen Saison den "ewigen" Bundesliga-Rekord von Gerd Müller übertroffen hat und 41 Saisontore erzielte. Zudem nannte Nagelsmann die "unfassbare Haltung" des 33-Jährigen zu seinem Beruf. "Er haut sich immer rein. Wenn er sich zurücklehnt, kommt er wieder hoch und macht einen Sit-up."

Der Coach wird Lewandowski vor Ort die Daumen drücken, auch Kahn, Sportchef Hasan Salihamidzic und Präsident Herbert Hainer haben sich in Paris angekündigt, um ihre Hochachtung auszudrücken.

"Er hat's absolut verdient", sagte Müller, "da brauchen wir nicht zu diskutieren. Wenn ich sehe, was er nicht nur uns gibt, sondern auch mit der polnischen Nationalmannschaft macht - das ist deutlich schwieriger als in einem richtigen Topteam."

Gegen Bielefeld blieb Lewy zwar tor- und glücklos, doch insgesamt sind seine Zahlen 2021 beeindruckend. In der laufenden Spielzeit steht der Pole schon wieder bei 25 Treffern in 20 Pflichtspielen für Bayern. Zusammen mit Sébastien Haller von Ajax Amsterdam führt Lewandowski zudem die Torschützenliste der Champions League an, er traf bereits neun Mal in fünf Spielen.

"Für die Gemengelage wäre es ein wichtiger Titel"

Daher kann es auch für Vorstandschef Oliver Kahn keinen anderen Sieger geben. "Es würde mich zutiefst enttäuschen, wenn er den Preis nicht gewinnen würde. Keiner hat es mehr verdient als er", sagte Kahn: "Mit 41 Toren hat er vergangene Saison eine Bestmarke aufgestellt, die wohl nie mehr gebrochen wird - außer vielleicht von ihm selbst. Er ist der beste Spieler der Welt."

Aus deutscher Sicht gab es bislang fünf Sieger beim Ballon d'Or: Gerd Müller (1970), Franz Beckenbauer (1972 und 1976), Karl-Heinz Rummenigge (1980 und 1981), Matthias Sammer (1996) und eben Matthäus (1990). Der gesamten Bundesliga würde Lewandowskis Triumph guttun. Und auch dem FC Bayern. "Für die Gemengelage wäre es ein wichtiger Titel", sagte Nagelsmann.

Lewandowski hätte die Auszeichnung freilich schon im Triple-Jahr 2020 verdient gehabt, doch da verzichtete die französische Sportzeitschrift "France Football" wegen Corona auf die Vergabe des Ballon d'Or. Seit 2016 vergibt die Zeitschrift den Goldenen Ball wieder ohne die Fifa, die seitdem den Weltfußballer wie bereits früher in Eigenregie kürt. Die Fifa-Wahl hatte 2020 Lewandowski gewonnen, auch in diesem Jahr ist er wieder Top-Favorit. Wie beim Ballon d'Or.

Lewy, bring' das Goldstück mit nach München!