Jetzt ist es fix: Van Bommel neuer Kapitän beim FC Bayern

Als erster ausländischer Spieler wird der Niederländer Mark van Bommel Kapitän beim deutschen Fußball- Rekordmeister FC Bayern München. Der 31-Jährige ist Nachfolger von Oliver Kahn.
von  Abendzeitung
Mark van Bommel im Kreis seiner Mitspieler
Mark van Bommel im Kreis seiner Mitspieler © ap

MÜNCHEN - Als erster ausländischer Spieler wird der Niederländer Mark van Bommel Kapitän beim deutschen Fußball- Rekordmeister FC Bayern München. Der 31-Jährige ist Nachfolger von Oliver Kahn.

Nein, noch hat Jürgen Klinsmann in der Kabine nicht mit dem Finger auf Mark van Bommel gezeigt und dabei die Mannschaft angebrüllt: „Die kennen unseren Capitano noch nicht“ – so wie er es bei der WM 2006 mit dem DFB-Spielführer Michael Ballack gehalten hatte. Schließlich ist van Bommel ja auch bundesligaweit bekannt – als „Aggressiv-Leader“. Den Begriff hatte Klinsmanns Vorgänger Ottmar Hitzfeld erfunden und damit van Bommel geadelt. Klinsmann wiederum befördert den Holländer nun – zum ersten ausländischen Kapitän, den der FC Bayern je hatte. Zwei Tage vor dem Pflichtspiel-Auftakt, der Pokalpartie bei Drittligist Rot-Weiß Erfurt (Sonntag 20.30 Uhr, ZDF live), teilte Klinsmann dem 31-Jährigen seine Entscheidung mit.

"Mark van Bommel ist für diese Aufgabe prädestiniert“, sagte Klinsmann. „Ich habe gesehen, wie er seit Trainingsstart Ende Juni die Mannschaft geführt hat, wie viel Ansehen und Respekt er bei allen Spielern genießt. Er vermittelt Begeisterung und scheut sich auch nicht, intern mal Kritik zu üben, wenn er dies für nötig hält.“ Ein weiterer Aspekt für van Bommels Berufung: „Mark ist mehrsprachig, kann mit allen Teilen der Mannschaft bestens kommunizieren“, so Klinsmann. Van Bommel spricht neben seiner Muttersprache noch Deutsch, Spanisch und Englisch.

Der neue Käpt’n, somit Nachfolger von Spielerpersönlichkeiten wie Beckenbauer, Breitner, Rummenigge, Augenthaler, Matthäus, Effenberg und Khan, zeigte sich „sehr glücklich, dass ich die Binde für so einen großen Verein tragen darf“. Doch der Holländer, in der vergangenen Saison ein paar Mal ausgeflippt, weiß auch: „Ich muss jetzt mehr Vorbild sein, muss mich mehr im Griff haben.“ Vor dem Amt ist van Bommel nicht bange. „Ich habe das im Blut. Ich will ja nach meiner Karriere Trainer werden, kann jetzt schon mal üben mit Verantwortung umzugehen.“

Sein erster Auftrag: den schmollenden Kollegen Phillip Lahm wieder einzufangen. Der hatte nach seiner Vertragsverlängerung ebenfalls Begehrlichkeiten angedeutet, wurde aber lediglich neben Miro Klose und wie Lucio und Martin Demichelis, die zudem van Bommels Stellvertreter sind, in den Mannschaftsrat gewählt. „Ich wäre bereit gewesen für das Amt des Kapitäns, ich wäre es wirklich gern geworden“, sagt Lahm. Und verspricht: „Ich will es sportlich sehen und werde van Bommel so gut es geht unterstützen.“

Reinhard Franke