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FC Bayern: Nach Schiri-Schelte – Saftige Geldstrafe für Bellingham, Zwayer möchte "persönliches Gespräch"

Nach der schmerzhaften Niederlage im Topspiel gegen den FC Bayern hatte Dortmunds Mittelfeld-Talent Jude Bellingham Schiedsrichter Felix Zwayer massiv kritisiert. Nun hat ihn der DFB zu einer ordentlichen Geldstrafe verurteilt, Zwayer möchte ein "persönliches Gespräch".
von  AZ/dpa
Felix Zwayer (M.) läuft an Dortmunds Jude Bellingham vorbei zum Spielfeldrand, um sich den Videobeweis für den anschließend gegebenen Strafstoß anzuschauen.
Felix Zwayer (M.) läuft an Dortmunds Jude Bellingham vorbei zum Spielfeldrand, um sich den Videobeweis für den anschließend gegebenen Strafstoß anzuschauen. © dpa/Bernd Thissen

München/Dortmund - Mittelfeldspieler Jude Bellingham von Borussia Dortmund ist nach seiner scharfen Kritik an Schiedsrichter Felix Zwayer nach der Partie gegen den FC Bayern (1:2) vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu einer Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro verurteilt worden. Dies teilte der Verband am Dienstag mit. Um eine Sperre kommt der 18-Jährige allerdings herum.

Bellingham hat die Strafe bereits akzeptiert

Konkret gehe es um den Satz: "Du gibst einem Schiedsrichter, der schon vorher mal Spiele geschoben hat, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?"

Das DFB-Sportgericht wertete das als "unsportliches Verhalten" und befand, Bellingham habe dadurch "die Unparteilichkeit des Schiedsrichters angezweifelt und letztlich in Abrede gestellt". Der Spieler hat die Strafe bereits akzeptiert, das Urteil ist damit rechtskräftig.

Zwayer möchte "persönliches Gespräch" mit Bellingham

Zwayer findet die Aussagen "verunglimpfend und respektlos", dennoch möchte er dies «am liebsten in einem persönlichen Gespräch" mit dem jungen BVB-Profi selbst klären. Er habe Bellingham "gegenüber Borussia Dortmund ein solches persönliches Gespräch angeboten", sagte Zwayer in einem "Bild"-Interview (Dienstag).

Abgesehen von der Strafe durch den DFB könnte Bellingham auch noch juristischer Ärger drohen. Aufgrund seiner Aussagen erstattete der Schiedsrichter-Beobachter Marco Haase als Privatperson Anzeige in Dortmund und Berlin. 

Der 18 Jahre alte englische Nationalspieler hatte Zwayer unter anderem wegen des umstrittenen Handelfmeters, den Robert Lewandowski zum Bayern-Sieg nutzte, verbal attackiert. "Diese Aussagen treffen alle Unparteiischen bis zur Basis auf Kreisebene, die Woche für Woche unterwegs sind und dafür sorgen, dass der Spielbetrieb aufrecht erhalten wird und es fair auf unseren Sportplätzen zugeht", sagte Haase "az-online.de". Dortmunds Vereinschef Hans-Joachim Watzke war Bellingham verbal zur Seite gesprungen.

Bayern-Boss Kahn: "Geht einen gewaltigen Schritt zu weit"

Weniger verständnisvoll reagierte Oliver Kahn auf die Äußerung von Bellingham. "Das geht natürlich schon einen gewaltigen Schritt zu weit", sagte der Münchner Vorstandschef am Sonntag bei "Sky 90". Sky-Experte Dietmar Hamann forderte den DFB auf, mit aller Härte zu ermitteln. Man könne nicht zulassen, dass ein Spieler die "Integrität" des Schiedsrichters in Frage stelle und angreife.

Gräfe kommentierte die Szene am Samstagabend in Dortmund für das ZDF. Gräfes seiner Wahrnehmung nach "erneuter genauso unterirdischer wie unsolidarischer Auftritt" im ZDF, würde den Verdacht seiner Meinung nach unterstützen, sagte Haase auch dem "Spiegel".

Der aus Altersgründen nicht mehr als Referee tätige Gräfe hatte Zwayer aufgrund von dessen Verwicklungen in den 2005 aufgedeckten Wettskandal um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer kritisiert. "Wer einmal Geld angenommen und Hoyzers Manipulation ein halbes Jahr verschwiegen hat, sollte keinen Profifußball pfeifen", hatte Gräfe vor Monaten im "Zeit Magazin" gesagt. Aus Haases Sicht habe Bellingham seine Äußerung aus Lebenserfahrung nicht getan haben können.