FC Bayern mit Liga-Kaltstart gegen Borussia Mönchengladbach: Ein Vor- oder Nachteil?

Nach der Absage des Erstrunden-Pokalspiels beim Bremer SV musste der FC Bayern seine Pläne für die letzte Phase der Saisonvorbereitung verwerfen. Der Großteil der Stammelf startet nun ohne Wettkampfpraxis in die neue Saison - wird der Kaltstart sogar zum Vorteil?
von  Bernhard Lackner
Julian Nagelsmanns erste Vorbereitung als Bayern-Coach findet unter erschwerten Bedingungen statt.
Julian Nagelsmanns erste Vorbereitung als Bayern-Coach findet unter erschwerten Bedingungen statt. © firo/Augenklick

München - Erst keine Spieler, dann keine Ergebnisse und dann fällt auch noch der letzte Härtetest weg: Julian Nagelsmann ist bei seiner ersten Vorbereitung als Chefcoach des FC Bayern wirklich nicht zu beneiden.

Eigentlich hätte das mittlerweile abgesagte Erstrunden-Pokalspiel bei Fünftligist Bremer SV am Freitagabend das letzte Testspiel - wenn auch unter Pflichtspielbedingungen - vor dem Liga-Auftakt am 12. August bei Borussia Mönchengladbach werden sollen. Bislang stand der Großteil der verspätet ins Training eingestiegenen EM-Teilnehmer nur beim Testspiel gegen den SSC Neapel (0:3) auf dem Platz, ansonsten bekamen die Fans in der Vorbereitung lediglich eine Auswahl an U19-Talenten und Spielern aus der zweiten Mannschaft zu sehen.

Wie sind die Bayern-Stars vor dem Liga-Auftakt in Form?

"Wir haben in dieser Vorbereitung den kompletten Kader noch nie gesehen. Der komplettiert sich am Montag", meinte Trainer Nagelsmann am vergangenen Samstag und spielte dabei auf die deutschen Nationalspieler Manuel Neuer, Joshua Kimmich und Thomas Müller an, die erst zum Wochenstart ins Mannschaftstraining eingestiegen waren.

Auch ohne das DFB-Trio lieferte der erste Anzug der Bayern gegen ein personell ebenfalls dezimiertes Neapel in der ersten Halbzeit eine ordentliche Leistung ab. Auf welchem Leistungsstand sich die Stars des Rekordmeisters vor dem Start in die neue Saison befinden, lässt sich von außen aber trotzdem kaum beurteilen. Eine rekordmeisterliche Unbekannte.

Die Pokal-Absage könnte für Bayern zum Vorteil werden

Mit allzu viel Missmut dürfte Nagelsmann die Nachricht der Pokalabsage am Dienstag dennoch nicht aufgenommen haben. Freilich, etwas Wettkampfpraxis hätte seiner Stammelf vor dem schwierigen Ligaauftakt nicht geschadet. Durch die Verschiebung fallen nun aber Abschlusstraining, Reisestrapazen und Regenerationstag weg. Zusätzliche Zeit für Trainingseinheiten an der Säbener Straße - und von denen ist momentan jede einzelne enorm wichtig.

So kann der neue Bayern-Coach, der seine Spieler auf dem Trainingsplatz bisweilen mit sehr komplexen Übungen nicht nur physisch sondern auch mental fordert, mit seiner Mannschaft weiter an taktischen Feinheiten und Abläufen arbeiten. "Wir werden sicherlich mal ein Elf-gegen-Elf im Training mit den Etablierten einstreuen, damit sie Rhythmus bekommen", kündigte Nagelsmann schon vor der Absage des Pokalspiels an.

Nagelsmann: "Habe eine funktionierende Mannschaft übernommen"

Ohnehin gab sich der gebürtige Landsberger trotz der schwierigen Umstände in seinen ersten Wochen als Bayern-Coach bislang stets gelassen. Er habe von Hansi Flick eine "funktionierende Mannschaft" übernommen, die im vergangenen Jahr "alles gewonnen" habe, betonte der 34-Jährige zuletzt mehrfach. Wie gut das Team nach dieser schwierigen Vorbereitung funktioniert, zeigt sich erst in der kommenden Woche.

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