Bayern gegen Haching: Aller Anfang ist mühsam

Der FC Bayern gewinnt das erste Testspiel der Saison mit 1:0 bei der SpVgg Unterhaching nach einem Freistoßtreffer von David Alaba. So spielten die Neulinge.
von  Filippo Cataldo, Gregor Röslmaier

Der FC Bayern gewinnt das erste Testspiel der Saison mit 1:0 bei der SpVgg Unterhaching nach einem Freistoßtreffer von David Alaba. So spielten die Neulinge.

UNTERHACHING Durch den Sportpark wehte ein Hauch Geschichte. Für einen Abend war der große Fußball wieder zurück in Unterhaching. 7500 Zuschauer waren gekommen, um sich das erste Vorbereitungsspiel des  FC Bayern gegen den Drittligisten anzusehen, der sich gerade neu erfunden hat. Nach 37 Jahren hat Engelbert Kupka vor zwei Wochen sein Präsidenten-Amt an Manfred Schwabl abgegeben. „Ich danke den Bayern für eine gute Nachbarschaft“, sagte Kupka vor dem Spiel und wünschte Haching „Glück auf!“

Zumindest ein bisschen mehr Geld hat der Klub nun nach dem Spiel. „Unterm Strich werden uns 75.000 Euro bleiben“, sagte Schwabl, der nach dem Spiel Trainer Jupp Heynckes und Sportvorstand Matthias Sammer umarmte. Die Bayern haben nicht vergessen, dass Haching dem Rekordmeister am 20. Mai 2000 zur Meisterschaft verholfen hatte. Und natürlich waren auch Markus Oberleitner, der damals am letzten Spieltag das 2:0 gegen Leverkusen geköpft hatte, und die anderen Helden von einst in den Sportpark gekommen. Und sie sahen, dass ihre Nach-Nach-Nachfolger die Bayern durchaus zum Schwitzen brachten. Die jungen Hachinger, von den beiden Trainern Claus Schromm und Manuel Baum direkt am Spielfeldrand per iPad taktisch eingewiesen, verloren durch einen späten, direkt verwandelten Freistoß durch David Alaba (83.) nur mit 0:1.

Das war recht mühsam. "Aber das ist normal. Wir sind erst seit einer Woche im Training und Haching hat es uns mit einer sehr laufstarken Leistung schwer gemacht. Aber mit dem Engagement meiner Mannschaft bin ich zufrieden“, sagte Bayern-Coach Jupp Heynckes, der in Haching auch eine Premiere erlebte. Zum ersten Mal saß Sammer mit ihm auf der Bank. „Das ist normal für mich, dass der Manager mit auf der Bank sitzt. Ich habe aber gar nicht gemerkt, wie er sich verhalten hat. Ich habe mich auf das Spiel konzentriert“. Sammer verließ das Stadion übrigens wortlos. Die Bayern waren in Haching mit allen verfügbaren Neuzugängen angetreten.

Die AZ zeigt auf, wie sich die Neuzugänge in ihrem ersten Spiel für Bayern schlugen:

 


 

 

Tom Starke: Der Torwart-Routinier, der aus Hoffenheim kam, musste bereits in der 3. Spielminute in höchster Not einen Schuss des Ex-Löwen Marius Willsch entschärfen. In der 2. Halbzeit klärte er mit einer spektakulären Faustparade.

 


 

Dante: Der 28-jährige Innenverteidiger kam aus Gladbach, um sich für die Selecao zu empfehlen. In Haching zwar kaum gefordert, offenbarte er dennoch einige Abstimmungsschwierigkeiten mit Daniel van Buyten. Kurz vor Schluss ließ er sich sogar im Strafraum tunneln.

 


 

Emre Can: Der 18-Jährige stammt aus der Bayern-Jugend und beeindruckte vor allem durch seinen Körper. Die Umstellung vom Jugend- in den Seniorenbereich scheint ihm aber noch einige Probleme zu bereiten. Dem zentralen Mittelfeldspieler fehlt es noch ein wenig an Präsenz auf dem Platz.

 


 

Mitchell Weiser: Eindeutig der Gewinner des Spiels. Der 18-jährige Techniker, vom 1. FC Köln gekommen, zeigte einige sehenswerte Dribblings und schlug eine gute Flanke nach der nächsten in den Strafraum. Frech wie der junge Mehmet Scholl – und richtig stark.

 


 

Xherdan Shaqiri: Am Ball kann der aus Basel gekommene Offensivmann so gut wie alles. Doch der kompakt gebaute Schweizer, Spitzname Kraftwürfel, spielte insgesamt recht unauffällig – und ein wenig zu eigensinnig.