Zverev-Brüder getrennt: Alexander träumt weiter

Freud' und Leid: Alexander Zverev feiert eine Grand-Slam-Premiere, sein älterer Bruder Mischa verpasst eine Überraschung gegen den siebenmaligen Champion Roger Federer.
von  dpa
Der Höhenflug geht weiter: Alexander Zverev.
Der Höhenflug geht weiter: Alexander Zverev. © dpa

Freud' und Leid: Alexander Zverev feiert eine Grand-Slam-Premiere, sein älterer Bruder Mischa verpasst eine Überraschung gegen den siebenmaligen Champion Roger Federer.

London - Alexander Zverev hat in Wimbledon das Achtelfinale erreicht. Der 20 Jahre alte Hamburger gewann am Samstag in nur 93 Minuten gegen den österreichischen Qualifikanten Sebastian Ofner 6:4, 6:4, 6:2 und steht damit zum ersten Mal bei einem der vier wichtigsten Tennisturniere unter den besten 16.

Ausgeschieden ist dagegen Mischa Zverev nach einer Niederlage gegen den siebenmaligen Turniersieger Roger Federer. Der 29-Jährige musste sich im letzten Match auf dem Center Court 6:7 (3:7), 4:6, 4:6 geschlagen geben. In seinem 15. Wimbledon-Achtelfinale trifft der 35 Jahre alte Federer am Montag auf den Bulgaren Grigor Dimitrow.

Alexander Zverev hatte wenig Mühe mit dem österreichischen Überraschungsmann Ofner, der vor Wimbledon noch nie ein Turnier auf Rasen bestritten hatte. Der deutsche Aufsteiger bekommt es am sogenannten Manic Monday, an dem alle Achtelfinal-Partien bei Damen und Herren ausgespielt werden, mit dem Vorjahresfinalisten Milos Raonic zu tun.

Gegen den Kanadier hatte Zverev zuletzt im Mai auf dem Weg zu seinem Titel beim Masters-Series-Turnier in Rom im Viertelfinale gewonnen.

Nicht bereit für Trainer Becker?

Alexander Zverev äußerte sich trotz großer Wertschätzung noch zurückhaltend über eine mögliche Zusammenarbeit mit Boris Becker. In einem Interview des Magazins Der Spiegel erklärte er: "Boris ist jemand, mit dem ich schon jetzt relativ viel Kontakt habe, wir sprechen miteinander, telefonieren. Aber ich denke auch, dass ich vielleicht noch nicht bereit bin, diese oder jene Information zu hören."

Er wolle sich in den Top Ten etablieren, erklärte das hoffnungsvollste deutsche Herren-Talent. "Das mentale Training, die Feinheiten kommen vielleicht später." Becker gehörte bis Ende vorigen Jahres zum Trainerstab von Novak Djokovic.

Der dreimalige Wimbledonsieger trug in seiner dreijährigen Tätigkeit zum damaligen Aufstieg des Serben an die Spitze der Weltrangliste bei. Becker arbeitet in London wie üblich als TV-Kommentator für die britische BBC, nachdem er bei den Australian und French Open Experte für den TV-Sender Eurosport war.

Allerdings wäre er auch gern wieder als Trainer tätig. Zverev hatte er zuletzt als Rohdiamant bezeichnet, der noch geschliffen werden müsse.

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