Kommentar

Kanzlerkandidat Söder: Keine Sympathien der CDU-Granden

AZ-Korrespondent Torsten Henke über die Kanzlerkandidaten Söder und Laschet.
von  Torsten Henke

In einem Punkt hat es bei der Klausur der Fraktionsspitzen von CDU und CSU Klarheit gegeben: Markus Söder, der nie offiziell Interesse angemeldet hat, ist bereit, als Kanzlerkandidat ins Rennen zu gehen. Er glaubt, dass ihm gelingen kann, woran seine Vorgänger Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber gescheitert sind. Sofern die Schwesterpartei ihn unterstützt.

Doch danach sieht es derzeit nicht aus, selbst wenn es einige Solidaritätsadressen für den CSU-Chef gibt. Die CDU-Granden lassen keine Sympathien für eine Kandidatur Söders erkennen.

Entscheidung muss jetzt fallen

Und Laschet denkt nicht an Verzicht. Der CDU-Vorsitzende kann sich auch gar nicht erlauben zurückzustecken. Würde die größere Partei zugunsten der kleinen Schwester verzichten, würde sie sich verzwergen und zeigen, dass sie sich und ihrem Chef keinen Sieg zutraut. Wenn der Wahlkampf dennoch erfolgreich sein soll, müssen Laschet und Söder geschlossen auftreten, so unterschiedlich sie auch sind.

Wie auch immer die Entscheidung am Ende aussieht: Sie muss schon in der nächsten Woche fallen. Die Union darf den Grünen in dieser Frage nicht den Vortritt lassen. Die Entscheidung muss jetzt fallen