Hasselfeldt verteidigt Scheuer - SPD und Grüne fordern Rücktritt

Andreas Scheuer steht nach seiner Äußerung über den "fußballspielenden und ministrierenden Senegalesen" in der Kritik, jetzt verteidigt  CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt ihren Kollegen.
von  dpa, az
Gerda Hasselfeldt stellt sich hinter Andreas Scheuer
Gerda Hasselfeldt stellt sich hinter Andreas Scheuer © dpa

Berlin - Die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt hat die umstrittene Äußerung des CSU-Generalsekretärs Andreas Scheuer über abgelehnte Asylbewerber verteidigt. "Der Generalsekretär hat ja zum Ausdruck gebracht, dass dieser Satz, der von ihm zitiert wurde, aus dem Zusammenhang gerissen wurde", sagte Hasselfeldt am Dienstag.

Laut der CSU-Landesgruppenchefin habe Scheuer lediglich darauf hinweisen wollen, dass Menschen aus sicheren Herkunftsstaaten nach Deutschland kommen und bei Ablehnung ihres Asylantrags zurückgeschickt werden müssten. Dem stehe aber eine bis dahin geleistete Integration entgegen.

Scheuer hatte gesagt: "Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist. Weil den wirst du nie wieder abschieben."

Kritik an Scheuer von allen Seiten

Vertreter von Kirchen und auch aus der CSU hatten Scheuer dafür kritisiert. Würzburgs Bischof Friedhelm Hofmann warf dem CSU-Politiker in der "Main-Post" "beleidigendes Denken" vor.

Bayerns Grüne gingen sogar einen Schritt weiter und forderten seinen Rücktritt - das lehnte Hasselfeldt ab. Mit ihrer Forderung sind die Grünen derweil nicht alleine: Auch die bayerische SPD unterstütz die Rücktritts-Forderung! "Herr Scheuer ist als Generalsekretär der CSU untragbar. Ich fordere Ministerpräsident Seehofer auf, ihn zu entlassen", sagte Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher am Dienstag zum Auftakt einer Fraktionsklausur in Bad Aibling. Er fügte nach Angaben eines Fraktionssprechers hinzu: "Diese rassistische Bemerkung ist einer demokratischen Partei, die noch dazu der Bundesregierung angehört, nicht würdig."

Scheuers Aussage kommt darüber hinaus auch im Netz nicht wirklich gut an. Viele User auf Facebook und Twitter machen ihrem Ärger über die Aussage Luft.