Die Aussagen von Frauke Petry: Heuchlerisch

Der AZ-Politikredakteur über die Aussage von AfD-Chefin Frauke Petry.
von  Tobias Wolf
Die Aussagen von AfD-Chefin Frauke Petry sind heuchlerisch, meint Politik-Redakteur Tobias Wolf.
Die Aussagen von AfD-Chefin Frauke Petry sind heuchlerisch, meint Politik-Redakteur Tobias Wolf. © dpa

Die AfD sei "einer der wenigen politischen Garanten jüdischen Lebens auch in Zeiten illegaler antisemitischer Migration nach Deutschland", behauptet Parteichefin Frauke Petry. Das muss man sich mal vor Augen führen: Ausgerechnet eine Partei, in der ein Rechtsextremist wie der Thüringer Landeschef Björn Höcke, der das Holocaust-Mahnmal in Berlin "ein Denkmal der Schande" nennt, und die Bewältigungspolitik "dämlich" findet, nach wie vor breite Unterstützung erhält, will sich nun als Schutzmacht der hierzulande lebenden Juden aufspielen. Das ist scheinheilig, verlogen und heuchlerisch.

Nicht falsch verstehen: Tatsächlich nehmen durch die Zuwanderung aus dem arabischen Raum antisemitische Strömungen in Deutschland wieder zu, wie erst jüngst ein Vorfall an einer Berliner Schule zeigte. Das bedroht den gesellschaftlichen Frieden hierzulande und darf keinesfalls geduldet werden. Hass und Hetze gegen Juden – egal ob von Muslimen oder Rechtsextremisten – muss mit harter Hand unterbunden werden.

Allerdings ist es offensichtlich, dass es der AfD kaum um das Wohl der Juden geht. Die Partei instrumentalisiert den wachsenden Antisemitismus, um Vorurteile und Ängste gegen Muslime per se zu schüren. Antworten oder gar Lösungen bietet die Partei – wie so oft – nicht an.