Wochenlange Pause: Vorerst kaum noch Erstimpfungen in München!

Für die nächsten Wochen wird es in den bayerischen Impfzentren kaum noch Erstimpfungen geben. Auf den Freistaat rollt eine Welle an Zweitimpfungen zu.
von  AZ/dpa
Das Impfzentrum in der Messe München. (Archivbild)
Das Impfzentrum in der Messe München. (Archivbild) © Tobias Hase/dpa

München - Knapp drei Wochen lang wird es in den bayerischen Impfzentren fast ausschließlich nur noch Zweitimpfungen geben. Wer noch nicht gegen das Coronavirus geimpft wurde, muss sich also weiterhin gedulden – zumindest wenn man plant, sich im Impfzentrum und nicht beim Arzt impfen zu lassen.

"Ich gehe davon aus, dass wir ab der Kalenderwoche 23 in den Impfzentren wieder mit Erstimpfungen weitermachen können, die übrigens auch bei den Hausärztinnen und Hausärzten und Fachärzten weiter abgegeben werden", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Mittwoch in München.

Bis zum 7. Juni aber müssten sich die Impfzentren auf die anfallenden Zweitimpfungen konzentrieren, es werde daher nur wenige Termine für Erstimpfungen geben.

Deshalb gibt es jetzt so viele Zweitimpfungen

Der Grund sind überdurchschnittlich viele Zweitimpfungen durch die Verlängerung des Impfintervalls bei den Vakzinen von Moderna und Biontech. Dadurch hatten im April besonders viele Menschen ihre erste Spritze erhalten. Hinzu kommt laut Holetschek bei unter 60-Jährigen der Wechsel des Impfstoffs von AstraZeneca auf die mRNA-Impfstoffe bei Zweitimpfungen.

"Dass wir uns jetzt eine Zeit lang auf die Zweitimpfungen konzentrieren, ist jetzt eigentlich nichts Überraschendes", betonte Holetschek deshalb. "Es ist ja nicht so, dass man sagt, Erstimpfungen werden eingestellt." Die Ärzte impften schließlich weiter, auch wenn der Bedarf bei sämtlichen Impfstoffen über dem Verfügbaren liege.

Das Münchner Gesundheitsreferat stellte am Mittwoch klar, dass bereits bestehende Impftermine im Impfzentrum wie geplant stattfinden werden. "In welchem Umfang die Erstimpfungen zukünftig im Impfzentrum stattfinden können, hängt von der Lieferung der Impfstoffe ab. Die Impfstoffvergabe erfolgt zentral über den Freistaat Bayern. Die Landeshauptstadt München hat auf die Vergabe der Impfstoffe keinen Einfluss und kann nur mit dem vom Freistaat zugesagten Impfstoff planen."

Münchens OB Dieter Reiter kritisiert Jens Spahn

Der vom Bund geplanten Aufhebung der Priorisierung auch in den Impfzentren steht Holetschek derweil skeptisch gegenüber. Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kritisierte die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Impfpriorisierung bald aufheben zu wollen.

Münchens OB Dieter Reiter kritisiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.
Münchens OB Dieter Reiter kritisiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. © Sven Hoppe/dpa

"Das ist in der Theorie erst einmal ein guter Gedanke, um Bürokratie abzubauen und Impfungen so schneller durchzuführen. Aber wieder einmal ist es der dritte Schritt vor dem ersten, den der Bundesgesundheitsminister hier geht", wird Reiter in einem Statement von Dienstag zitiert. "Denn gleichzeitig wurde mein Gesundheitsamt gestern vom Bayerischen Gesundheitsministerium darüber informiert, dass unser Impfzentrum in den nächsten Wochen kaum noch Erstimpfungen durchführen kann, damit genug Impfstoff für die Zweitimpfungen zur Verfügung steht. Das ist nicht die Strategie, die ich mir vorstelle und erfüllt auch nicht das, was uns Kommunen von Monat zu Monat immer wieder aufs Neue zugesagt wurde."

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