Illegaler Tierhandel? Polizei rettet Hund und Katze und nimmt 16-Jährige fest

Viel zu jung und mit gefälschtem Pass: Die Polizei entdeckt das Hündchen und das Kätzchen bei einer 16-Jährigen.
von  Linda Jessen
Diese beiden Tiere beschlagnahmte die Münchner Polizei, danach kamen sie ins Tierheim.
Diese beiden Tiere beschlagnahmte die Münchner Polizei, danach kamen sie ins Tierheim. © PP MUE/AZ

Brunnthal - Ein winziger Labradorwelpe tapst am Parkplatz am Hofoldinger Forst gefährlich nah an den Lkw-Reifen herum. Die junge Frau, zu der er gehört, scheint das nicht weiter zu interessieren. Auch nach Aufforderung nimmt sie das Hündchen nicht an sich. Dabei hätte sie sich besser unauffällig verhalten – ein Fahndungstrupp der Polizei kontrolliert den Transporter, in dem sie unterwegs ist jetzt erst recht.

Außer dem Welpen hat sie noch ein kleines Kätzchen dabei. In den Ausweisen, die sie hervorzieht, sind die Tiere etwa 15 Wochen alt – dafür ist der Labrador nun wirklich viel zu klein. Tatsächlich stellen sich die Ausweise als gefälscht heraus, eine Tierärztin wird das später auch bestätigen: Gerade mal sechs Wochen ist der Welpe alt. Wie alt das Tier bei der Trennung von der Mutter war, ist offen – die Schmuggler schnappte die Polizei in Richtung Salzburg, offenbar waren sie schon auf dem Heimweg.

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Mindestens acht Wochen muss ein Hundewelpe nach dem Gesetz alt sein, bevor er von der Mutter getrennt und abgegeben oder verkauft werden darf, Tierschützer plädieren eher für zehn oder zwölf Wochen. Auch die verpflichtende Tollwutimpfung ist in den ersten Wochen noch nicht möglich – der Hund und das Kätzchen hatten freilich keine.

Die 16-Jährige, der die Tiere zugeordnet wurden, war noch mit drei weiteren erwachsenen Personen unterwegs. Sie stritt ab, die Tiere verkaufen zu wollen. Nach den polizeilichen Maßnahmen wurde das Mädchen wieder entlassen. Allerdings ohne die Tiere. Die beiden Zwergerl hat die Polizei dem Tierheim München übergeben.

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