23-Jährige nach der Wiesn brutal vergewaltigt - Massengentest angeordnet

108 junge Männer sind im Visier der Polizei: Zwei von ihnen sollen eine 23-Jährige abgefüllt, entführt und vergewaltigt haben.
von  Von Nina Job
Mithilfe einer Speichelprobe wollen die Ermittler die Täter finden. (Archiv-/Symbolbild)
Mithilfe einer Speichelprobe wollen die Ermittler die Täter finden. (Archiv-/Symbolbild) © dpa/AZ

Das Oktoberfest 2016 ist schon seit zwei Monaten Geschichte, doch erst jetzt wird eine überaus brutale Vergewaltigung bekannt, die nach einem Abend auf dem Festgelände und im "Wiesnclub" auf der Theresienhöhe stattgefunden haben soll.

Wie die Polizei am Freitag berichtete, wurde eine völlig betrunkene Frau (23) in der Nacht vom 23. September auf den 24. September von der Theresienhöhe in ein Haus nach Egmating im Landkreis Ebersberg geschafft, wo sie von zwei jungen Männer vergewaltigt worden sein soll. "Die junge Frau wurde verletzt und ist nach wie vor in psychologischer Behandlung", sagte Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer zur AZ.

Die Täter füllten Ihr Opfer im "Wiesnclub" ab

Es war am Freitag vor dem "Italiener-Wochenende", als die 23-Jährige aus dem Landkreis München das Oktoberfest besuchte. Nach dem Zapfenstreich ging die 23-Jährige noch in die Alte Kongresshalle auf der Theresienhöhe, um dort im "Wiesnclub" weiterzufeiern. Dort traf sie nach bisherigen Erkenntnissen auf die Männer.

Sie legten es offenbar darauf an, die 23-Jährige betrunken zu machen und gaben ihr mehrere Cocktails aus. Polizeisprecher Kammerer: "Sie führten durch Getränke einen Zustand bei der Frau herbei, in welchem sie nicht mehr zum Widerstand fähig war." Möglicherweise kippten sie ihr auch K. o.-Tropfen ins Getränk. "Zumindest ausschließen können wir das nicht", so der Polizeisprecher.

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Die Vergewaltigte irrte hilflos umher

Irgendwann zwischen Mitternacht und 5.30 Uhr brachten die jungen Männer die Frau schließlich zu einem Auto und fuhren mit ihr nach Egmating (2117 Einwohner) bei Ebersberg. In einem Mehrfamilienhaus vergewaltigten und missbrauchten sie die hilflose junge Frau anschließend.

Als die 23-Jährige am 24. September morgens aufwachte, zog sie sich in Panik notdürftig an und flüchtete aus dem Haus. Sie hatte keine Ahnung, wo sie war und irrte umher. Schließlich konnte sie eine Freundin verständigen, die sich um sie kümmerte. Die Frauen schalteten die Polizei ein. Das Opfer wurde in einer Klinik behandelt und rechtsmedizinisch untersucht. Dabei wurde DNA ihrer Peiniger gefunden.

Das Haus, in dem sie missbraucht worden war, konnte die Frau nicht richtig beschreiben. Jedoch konnte die Polizei den Tatort anhand ihrer Fluchtstrecke eingrenzen: "Wir gehen davon aus, dass die Tat in der Gemeinde Egmating geschehen ist", so Hans-Peter Kammerer.

Jetzt sollen 108 Männer zum Massengentest

In den vergangenen Tagen haben 108 Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren aus in dieser Gemeinde Post von der Polizei bekommen. Darin werden sie aufgefordert, persönlich zu einer Befragung zu erscheinen und freiwillig eine Speichelprobe abzugeben.

Ein Sammeltermin soll an einem der nächsten Wochenenden stattfinden. Die Untersuchung der Speichelproben findet anonymisiert beim LKA in München statt. Für die Betroffenen ist ein Kontakttelefon bei der Kripo eingerichtet.

Egmating befindet sich südöstlich von München im Landkreis Ebersberg