Kraxeln am Altstadtring? CSU will Boulder-Tunnel

Eine Unterführung am Münchner Altstadtring soll zur Boulderwand werden, fordert die CSU.
von  Christina Hertel
So könnte die Boulderwand beim Oskar-von-Miller-Ring aussehen, die sich ein junger Architekt ausgedacht hat.
So könnte die Boulderwand beim Oskar-von-Miller-Ring aussehen, die sich ein junger Architekt ausgedacht hat. © Gemsjäger

Altstadt - In Barcelona gibt es einen Tunnel, der von oben bis unten voll mit Klettergriffen ausgestattet ist. In Melbourne gibt es so etwas auch. Und in München könnte es das bald geben.

Denn die CSU stellte nun den Antrag, die Unterführung am Oskar-von-Miller-Ring fürs Bouldern herzurichten. Denn sie werde nach der Sanierung des Altstadtrings nicht mehr benötigt, heißt es von der CSU.

Ursprünglich hatte diese Idee der Architekt Maximilian Gemsjäger. Im Sommer gründete er das Kraxlkollektiv und forderte gemeinsam mit 20 weiteren Kletterern, dass München kostenlose Boulderflächen schaffen solle.

Grimm: "Die Unterführung zuzuschütten, wäre schade"

Diese Idee griff nun Stadträtin Ulrike Grimm von der CSU auf: In einer urbanen Umgebung brauche es kreative Ideen, um Sport zu integrieren, sagt sie. "Die Unterführung zuzuschütten, wäre schade."

CSU-Stadträtin Ulrike Grimm.
CSU-Stadträtin Ulrike Grimm. © CSU-Fraktion

Aus ihrer Sicht stärken kostenlose Sportangebote die soziale Gerechtigkeit. Auch das Kraxelkollektiv gründete sich mit dem Ziel, den Boulder-Sport Menschen zugänglich zu machen, die sich den Eintritt in eine Halle nicht leisten können. Denn dieser kostet mehr als zehn Euro.

Auch die SPD steht mit dem Kraxlkollektiv in Kontakt

Dabei ist, um eine Boulderwand zu schaffen, nicht viel mehr nötig als ein paar Griffe. Denn Bouldern ist - anders als klassisches Klettern - ohne Seil möglich, da man nur so hoch klettert, dass man noch abspringen kann, ohne sich zu verletzen.

Architekt Maximilian Gemsjäger.
Architekt Maximilian Gemsjäger. © Daniel von Loeper

Auch die SPD steht mit dem Kraxlkollektiv in Kontakt. Bald will sich die Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl mit den Kletterern treffen. Sie finde die Idee grundsätzlich sympathisch, sagt sie. Allerdings seien immer Sicherheitsfragen zu bedenken. Dietl würde gern auch andere Unterführungen, die Fußgänger kaum nutzen, Sportlern überlassen.

Zum Beispiel sei sie im Austausch mit Skatern. Welche Unterführungen sich dafür eignen, verrät sie nicht. Derzeit prüfe sie verschiedene Möglichkeiten, um Sportlern überdachte Örtlichkeiten zu bieten.