Ein Ort gegen Fernweh

In der Nähe der Leopoldstraße, etwas versteckt im Keller, befindet sich ein australisches Pub.
von  Daniel Gahn
Entspannte Atmosphäre: Ein Barkeeper in der Bar „The Keg“ ratscht mit einem Gast. Foto: Daniel von Loeper
Entspannte Atmosphäre: Ein Barkeeper in der Bar „The Keg“ ratscht mit einem Gast. Foto: Daniel von Loeper

Schwabing - Ist das eine irische Bar?“ Diese Frage bekommt Harit, genannt Harry, Khanna in diesen Tagen ziemlich häufig gestellt. Am 14. März hat er seine Bar „The Keg“ eröffnet.

Das Klischee gibt vor, dass Guiness, englischsprachiges Publikum und eine lockere Atmosphäre immer zwingend mit einem irischen Pub gleichzusetzen sind. Khanna ist aber kein Ire und seine Bar auch kein typisches Pub – sondern eine, wie er sagt, „internationale Sportsbar“.

Das „The Keg“ liegt ein wenig versteckt im Keller der Trautenwolfstraße. Vorher war hier eine Shisha-Bar, aus der Khanna mit seiner Barchefin Danielle Williamson eine gemütliche Keller-Bar gemacht hat.

Im Fernseher läuft Cricket, Australien Football oder natürlich auch Champions League. Das ist Teil des Konzepts der Bar. Für seine sportbegeisterten Gäste macht Khanna, der zuvor die Bar „The Arc“ betrieben hat, gerne den Fernseher an und bleibt teilweise bis in die frühen Morgenstunden in seinem Laden, da manche Spiele eben so lange dauern.

Das Publikum im „The Keg“ ist jung und weit gereist. Die Gespräche kreisen um Reisen nach Australien. Man schwelgt in Erinnerungen. Im Hintergrund wird still gejubelt. Beim Cricket hat sich etwas getan. Aus dem Zapfhahn kommt Helles (Tegernseer 0,5 Liter für 3,50) oder Guiness (0,5 Liter für 4,60 Euro).

Die Longdrinks sind mit 4,50 Euro ziemlich günstig und entsprechend locker und gelöst ist die Atmosphäre in der Bar. Die hölzernen Wände zieren unzählige Film- und Musikplakate. „Finish your beer. There are sober Kids in India“ (Trink dein Bier aus. Es gibt nüchterne Kinder in Indien), steht auf Khannas Lieblings-Poster. Er selbst ist Australier mit indischen Wurzeln und hat britischen Humor.

Neben den üblichen Getränken bietet das „The Keg“ auch diverse Speisen an. Die Auswahl reicht von Frittiertem über Pizza bis zu Burgern (ab 7,50 Euro), die hier nach individuellem Wunsch der Gäste zusammengestellt werden.

„Wir machen zum Beispiel Rote Beete statt Ekel-Gurke auf die Burger“, sagt Williamson. Mit Ekel-Gurken meint sie eingelegte Essiggurken.

Es ist ein Ort gegen Fernweh. Spätestens nach dem zweiten Bier bekommt man den Eindruck, irgendwo in einem australischem Pub zu sein. Dabei ist die Leopoldstraße nur ein paar Meter entfernt.

Trautenwolfstr. 1, Telefon 38 99 99 50 Mo-Fr: 18 Uhr bis open end Sa und So: 12 Uhr bis open end