Edel-Quartier in der Maxvorstadt: Braucht’s des?

Die Lokal-Redakteurin Myriam Siegert über das Neubau-Projekt "Therese" in der Maxvorstadt.
von  Myriam Siegert
So sieht das Neubau-Projekt "Therese" in der Maxvorstadt von oben aus.
So sieht das Neubau-Projekt "Therese" in der Maxvorstadt von oben aus. © HHVISION

Keine Frage: Die Häuser, die auf dem Arri-Gelände entstanden sind, sind keine schuhschachtelartigen grauen Klötze, wie wir sie sonst so oft in den Neubaugebieten der Stadt anschauen müssen. Es ist gelungen, sich am Erscheinungsbild der Umgebung zu orientieren. Hier lässt es sich bestimmt recht hübsch wohnen. Wenn man sich’s leisten kann.

Hier, rund um die Kreuzung mit der Augustenstraße, ist die Maxvorstadt noch nicht komplett durchgentrifiziert, die Theresienstraße noch nicht voll hipper Saft-und-Bowl-Bars und schicken Goldschmiedeateliers. Auch wenn der kuriose Telefonkarten- und Getränke-Laden weg ist, gibt’s noch den Imbiss Kupferglocke und das Augustiner-Stüberl. Ob das den Bewohnern der edlen Neubauwohnungen gefällt?

Es ist das Wesen der Gentrifizierung, dass sie oft genau die Umgebung zerstört, mit der sie erst gelockt hatte. Teure Wohnungen wirken sich immer auch auf das umliegende Viertel aus. In den Preisen, der Ladenstruktur, im Milieu. München kennt schon viele Beispiele dafür. Die Maxvorstadt kämpft wie vielleicht kein anderes Viertel mit enormen Preissteigerungen und Verdrängung der Durchschnittsbewohner. Vielleicht sind es die falschen Fragen in diesem Zusammenhang, aber dem Otto-Normal-Münchner drängen sie sich auf: Braucht’s des?

Und: Wenn es also durchaus gelungene Neubauarchitektur gibt, warum dann nicht auch bei Projekten für günstigere Wohnungen?

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