Bank-Wut am Goetheplatz in München: Ekelhaftes Müllproblem treibt Anwohner zur Weißglut

Vor allem bei schönem Wetter ist der Goetheplatz in der Isarvorstadt komplett zugemüllt. Die Anwohner fordern nun Konsequenzen: Die neu aufgestellten Bänke sollen wieder weg.
von  Eva von Steinburg
Um diese Bänke geht es: Sitzgelegenheiten an der Ecke Walterstraße/Goetheplatz.
Um diese Bänke geht es: Sitzgelegenheiten an der Ecke Walterstraße/Goetheplatz. © Petra Schramek

Isarvorstadt - Mehr Bänke für München zum Verweilen und Genießen, das sei der persönliche Wunsch der Mutter von OB Dieter Reiter gewesen – so hat sie die Geschichte gehört. Doch seit Tanja Erhardt aus der Lindwurmstraße 79 letztes Frühjahr drei Bänke vor ihr Haus bekommen hat, wünscht sie sich: "Die Bänke am Goetheplatz sollen wieder weg."

In der jüngsten Sitzung des Stadtteilparlaments Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt beschwert sich die 45-jährige Stadtführerin: "Das sieht aus, Wahnsinn!" Tanja Erhardt spricht im Namen von 22 Nachbarn zu den Lokalpolitikern: "Uns alle nervt der Dreck. Ich habe Fallen im Innenhof aufgestellt. In drei Wochen habe ich 20 Mäuse gefangen. Die feiern ihre Mäuseparty am Goetheplatz." Die meisten Essensreste und klebrigen Verpackungen stammten von Kunden der Bäckerei Zöttl und McDonalds auf der anderen Platzseite, habe sie bemerkt.

Die drei neuen Sitzbänke neben dem Taxistand an der Ecke zur Waltherstraße locken bei Sonne und milden Temperaturen mitunter einige Trinker, Obdachlose und sehr oft Take-Away-Kunden an: "Die Folgen sind eine Zumutung. Ich bin nicht pingelig, aber bei schönem Wetter ist es voll eklig vor meiner Haustür", sagt die Frau aus dem Klinikviertel. Passanten hätten schon geschimpft: "Pfui, wie schaut es denn hier aus?"

Mülleimer am Goetheplatz? Zu klein und zu selten geleert

Das Müllproblem ärgert die Anwohner sehr. Denn die Mülleimer am Platz reichen nicht aus. "Sie sind zu klein und werden zu selten geleert", sagt Erhardt. Ihr Vorschlag: Alle Gastro-Betriebe sollten in und vor ihren Restaurants selbst mehr Mülleimer installieren. Verständnis, aber auch Kritik äußert Bezirksausschuss-Mitglied Arne Brach (Bündnis 90/Die Grünen): "Das Müllproblem kann ich absolut nachvollziehen. Handlungsbedarf, auch bei der Fahrradentrümpelung, besteht im ganzen Viertel." Aber er kontert auch klar: "Wenn der Anwohnerin der Zustand vor ihrem Haus nicht gefällt, ist das noch kein gesellschaftliches Problem. Wir werden bestimmt keine Bänke entfernen, weil da jemand sitzt, der jemanden nicht taugt."

Am 8. Mai wird am Goetheplatz ein Ortstermin stattfinden. BA-Chef Alexander Miklosy (Rosa Liste) hofft, dass die Lokalpolitiker danach das Problem zusammen mit der Verwaltung in den Griff kriegen.

Denn: Leere Kaffeebecher, alte Pizzakartons, Plastikstrohhalme, Aludosen – in der Ausgehzone Müllerstraße hat der Bezirksausschuss erfolgreich durchgesetzt, dass alle Mülleimer öfter gereinigt werden.

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