Münchner Wohnungstausch-Börse startet als Pilotprojekt

Ab sofort können etwa alleinlebende Senioren und Familien große gegen kleine städtische Wohnungen tauschen – bei gleicher Kaltmiete.
von  Irene Kleber
Die Wohnungsbörse geht zunächst als Pilotprojekt an den Start. (Archivbild)
Die Wohnungsbörse geht zunächst als Pilotprojekt an den Start. (Archivbild) © Matthias Balk/dpa

München - Viele ältere Münchner leben in zu großen Wohnungen, weil die Kinder ausgezogen und Partner vielleicht schon verstorben sind. Während junge Familien dringend nach mehr Platz suchen, sich mehr Zimmer aber nicht leisten können. Die Forderung, die Stadt möge endlich ermöglichen, dass Mieter städtischer Wohnungen untereinander tauschen können, ohne dass dabei die Kaltmiete teurer wird, gibt's nun schon seit Jahren. Jetzt endlich tut sich was.

"Ab sofort", so lässt das Sozialreferat wissen, "können Mieter in (nicht geförderten) städtischen Wohnungen der GWG oder Gewofag ihre Wohnung innerhalb der Wohnungsbaugesellschaften je nach Bedarf gegen eine kleinere oder größere Wohnung tauschen." Und zwar bei gleichbleibendem Quadratmeterpreis und mit Vermittlungsunterstützung der Stadt.

Auch darf man untervermieten, um eine zu große Wohnung besser zu nutzen. Dafür hat die Stadt jetzt als Pilotprojekt eine Wohnungsbörse eingerichtet, über die ein Tausch oder eine Untervermietung vermittelt werden kann. "Die Wohnungsbörse ist ein längst überfälliger Schritt", sagt Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD).

Stadt hilft, wenn nötig, beim Umzug

Auch das ist neu: Sogar ein Tausch von Wohnungen zwischen den Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag soll möglich sein. Die Stadt will auch, wenn nötig, beim Umzug helfen - und bei der Suche nach einem geeigneten Untermieter. Hilfsbedürftige Mieter könnten etwa leere Zimmer gegen eine Untermietzahlung oder gegen eine vereinbarte Haushaltshilfe zur Verfügung stellen.

Mit dem Pilotprojekt will die Stadt erste Erfahrungen sammeln. Danach soll es die Wohnungsbörse auf dem ganzen freien Wohnungsmarkt geben - über eine Wohnungsbörsenplattform im Internet. Das Sozialreferat will nun auch Bauträger und andere Wohnungsbaugesellschaften dafür gewinnen, sich an der Plattform zu beteiligen.


Wie können Betroffene mitmachen? Während der Pilotphase können tauschwillige Münchner Mieter über ein Kontaktformular im Internet ihre Wünsche äußern, es findet sich im Internet unter www.muenchen.de. Mehr Infos unter Tel. 233-48876 (Mo-Fr, 9-12 Uhr) oder per Mail an wohnungsboerse@muenchen.de