Münchner Vermisstenfall: Mord-Anklage gegen Ehemann

Der Münchner Vermisstenfall von Maria Gertsuski und ihrer Tochter Tatiana bleibt mysteriös. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den unter Verdacht stehenden Ehemann der Mutter erhoben.
von  AZ/dpa
Seit Juli 2019 vermisst: Maria Gertsuski (links) und ihre Tocher Tatiana.
Seit Juli 2019 vermisst: Maria Gertsuski (links) und ihre Tocher Tatiana. © Polizei München

München - Weiterhin gibt es kein einziges Lebenszeichen im Fall der vermissten Münchnerin und ihrer Tochter. Seit dem 13. Juli fehlt von Maria Gertsuski und ihrer Tochter Tatiana jede Spur. Roman H., Ehemann und Stiefvater der beiden Vermissten, gilt als Hauptverdächtiger und sitzt bereits in Untersuchungshaft.

Nun hat die Staatsanwaltschaft München I Anklage gegen den 46-Jährigen erhoben. Roman H. muss sich wegen Totschlags an seiner Frau sowie wegen Mordes an seiner Stieftochter verantworten. Es steht ein Indizienprozess bevor, denn weder sind die Leichen gefunden worden noch gibt es Zeugen der Tat.

Dennoch füllen die Ergebnisse der Ermittlungen 23 Aktenbände, die Anklageschrift ist 188 Seiten lang. Der Angeschuldigte selbst hat die Vorwürfe den Angaben nach zunächst bestritten, inzwischen schweigt er.

Hat Roman H. seine Frau Maria nach einem Streit umgebracht?

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte die 41-jährige Mutter, mit der er seit rund einem Jahr verheiratet war, nach einem Streit umgebracht hat.

Die Tochter soll der Deutsch-Russe demnach getötet haben, um seine Tat zu vertuschen - er habe die Leiche noch nicht beseitigen können, bevor das Mädchen vom Unterricht nach Hause kam. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheidet nun das Schwurgericht des Landgerichts München I.

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