Münchner Obdachlosenhilfe ärgert sich über Empörung

Nach der Räumung der Obdachlosenlager und der anschließenden Empörungswelle meldet sich nun die Obdachlosenhilfe zu Wort und stellt klar: Hilfsangebote gibt es weit mehr als nur den Kälteschutz.
von  AZ
Nach der Räumung der Obdachlosenlager unter den Isarbrücken folgte eine Welle der Empörung - die Obdachlosenhilfe möchte diese Kritik nicht auf sich sitzen lassen.
Nach der Räumung der Obdachlosenlager unter den Isarbrücken folgte eine Welle der Empörung - die Obdachlosenhilfe möchte diese Kritik nicht auf sich sitzen lassen. © Privat

München - Die Räumung der Obdachlosenlager unter den Isarbrücken vor gut zwei Wochen hat die Münchner bewegt. Vielfach gab es Vorwürfe in Richtung Stadt, vorhandene Unterkünfte für Obdachlose seien nicht ausreichend oder unattraktiv, etwa weil sie tagsüber geschlossen werden. Das Münchner Netzwerk Wohnungslosenhilfe ärgert sich darüber.

Clearinghäuser tagsüber zugänglich

9.000 Menschen, darunter 1.700 Kinder, seien aktuell in München wohnungslos und im Hilfesystem der Wohnungslosenhilfe, heißt es. Viele nur, weil es ihnen an bezahlbarem Wohnraum mangelt. Etwa 550 Menschen leben obdachlos auf der Straße. Sofortunterbringungseinrichtungen wie Clearinghäuser seien durchaus tagsüber zugänglich.

Nur bei Notquartieren, wie dem Kälteschutz in der Bayernkaserne, sei dies nicht der Fall. Von Iglus für Obdachlose halten die Helfer nichts: Diese würde die Situation nur verstetigen. Ziel sei es aber, die Menschen zu motivieren, Hilfe anzunehmen.

Lesen Sie auch: Obdachlosigkeit in München: Ein Blick zurück