München: Neuer Bildband mit alten Stadt-Fotografien geplant

Sein Großvater dokumentierte den Wandel in der Stadt. Jetzt möchte Galerist Gerhard Grabsdorf diese Stadtfotografien in einem Buch zusammenfassen – dafür bittet er alle Münchner um finanzielle Unterstützung.
von  Bettina Funk
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat das Rathaus (hier von der Rosenstraße aus gesehen) nur ein provisorisches Dach.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat das Rathaus (hier von der Rosenstraße aus gesehen) nur ein provisorisches Dach. © Herbert Wendling

München - Die ältesten Fotos von Herbert Wendling stammen aus den späten 1930er Jahren. Zu sehen sind Straßenzüge in der Au, die im Krieg völlig zerstört wurden, oder die Herbergshäuser am Auer Mühlbach in Haidhausen. Auch die Zeit des Nationalsozialismus fotografiert Wendling in München und nach dem Krieg nimmt er Kriegsschäden auf. Später macht er Aufnahmen vom Nachkriegsmünchen in den 50er und 60er Jahren.

Herbert Wendling in Aktion. "So war er immer unterwegs", sagt sein Enkel.
Herbert Wendling in Aktion. "So war er immer unterwegs", sagt sein Enkel. © Herbert Wendling

Er nutzte vor allem die Schwarz-Weiß-Fotografie mit analogen Kameras und die Stereo-Technologie, mit deren Hilfe Bilder mit einer besonderen Raumtiefe entstehen, für seine dokumentarischen Aufnahmen. Anfang der 50er Jahre begann er sich mit der Farbfotografie auseinanderzusetzen.

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München-Bildband: Auflage von 500 Stück geplant

Sein Enkel Gerhard Grabsdorf hat die Bilder gesammelt, digitalisiert und leicht bearbeitet. In seiner Galerie stellt er sie aus und er druckt seit 2010 einen Kalender mit den Aufnahmen. Nun hat Grabsdorf aber noch eine weitere Idee: Er möchte einen Bildband mit den historischen Fotos veröffentlichen. Geplant ist eine Auflage von 500 Stück. Jedes Exemplar soll 176 Seiten haben und voraussichtlich zirka 65 Euro kosten.

"Aber für Verlage ist ein Buch dieser Art nicht von großem Interesse", sagt Gerhard Grabsdorf. "Die hohen Produktionskosten und relativ geringen Stückzahlen lohnen sich für ein solch aufwendiges und qualitativ hochwertiges Buchprojekt für die meisten Verlage nicht."

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Finanzierung durch Crowdfunding-Kampagne

Deshalb plant Grabsdorf eine Crowdfunding-Kampagne, um das Buch zu finanzieren. Das bedeutet, dass jeder, der möchte, das Projekt im Internet mit einer Spende unterstützen kann. Jeder Spender bekommt, wenn er möchte, ein Dankeschön dafür. Das kann dann der fertige Bildband, Postkarten mit historischen Münchenfotografien, großformatige Reproduktionen von Buchmotiven, oder der Editionskalender 2019 sein.

Am 21. September geht es auf der Crowdfunding-Plattform Startnext los. Ziel der Kampagne: Ein Ergebnis zwischen 15.000 und 20.000 Euro. Das Crowdfunding funktioniert nach dem "Alles-oder-nichts-Prinzip": Das Geld wird nur ausgezahlt, wenn das Spendenziel erreicht wird – wenn nicht, geht das Geld an die Unterstützer zurück. Also gibt es keinerlei Risiko für die Unterstützer.

Vom 14. September bis 6. Oktober zeigt die Galerie Grabsdorf außerdem eine Ausstellung mit den historischen München-Fotografien von Herbert Wendling.

Klicken Sie sich in der Bilderstrecke durch einige Impressionen des alten Münchens.


Aventinstraße 10, samstags von 15 bis 20 Uhr, freier Eintritt; Infos zum Bildband unter www.buch-münchen.de