Legt die Sahara München lahm?

Knistertrockene Luft. Rötlicher Wüstenstaub, der in alle Ecken kriecht. Flirrende Hitze über 30 Grad. Und kein Tropfen Regen. Der Sahara-Sturm hat München auch am Wochenende fest im Griff. Und ab Montag könnte das Wüstenklima sogar die ganze Stadt lahmlegen.
von  Abendzeitung
Die Frauenkirche in München.
Die Frauenkirche in München. © dpa

MÜNCHEN - Knistertrockene Luft. Rötlicher Wüstenstaub, der in alle Ecken kriecht. Flirrende Hitze über 30 Grad. Und kein Tropfen Regen. Der Sahara-Sturm hat München auch am Wochenende fest im Griff. Und ab Montag könnte das Wüstenklima sogar die ganze Stadt lahmlegen.

Seit vergangenen Samstag treibt die anhaltende Zufuhr von heißer, subtropischer Luft aus Nordwestafrika die Feinstaubwerte in Bayern in die Höhe. Selbst an Stationen ohne Verkehrsbelastungen wie in Andechs und Tiefenbach sind die Feinstaubgehalte seit dem Wochenende um das Fünffache gestiegen. An fast der Hälfte aller bayerischen Luftmessstationen wird derzeit der EU-Grenzwert überschritten.

Am schlimmsten ist die Belastung aber in München: In der Landshuter Allee wurden Freitag 108 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft ermittelt, am Luise-Kiesselbach-Platz stiegen die Werte auf 111, in der Prinzregentenstraße auf 94, in Johanniskirchen auf 92 Mikrogramm.

EU-Grenzwerte zum 32. Mal überschritten

Deshalb kann die ungewöhnliche Großwetterlage in München drastische Folgen haben: Bereits am Freitag wurde in der Landshuter Allee zum 32. Mal in diesem Jahr die EU-Grenzwerte überschritten. „Sollte die Wetterlage auch in den kommenden Tagen anhalten, werden wir bereits am Montag die Grenze von 35 Tagen überschreiten“, sagte Umweltreferent Joachim Lorenz. Dann drohen laut dem aktuellen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig sogar Einzelsperrungen und Fahrverbote.

Ob es dazu kommen wird, ist allerdings fraglich. „Der Wüstensand ist ein außergewöhnliches Ereignis, das wir nicht beeinflussen können“, erklärte Lorenz. Zudem hätte die Stadt mit den bereits beschlossenen Maßnahmen wie der Schaffung einer Umweltzone und dem LKW-Transitverbot, einiges auf den Weg gebracht. Würde ein Bürger aber juristisch sein Recht auf frische Luft einklagen, käme die Stadt an einem Fahrverbot kaum vorbei.

Hoffnungsschimmer für alle Feinstaub-Opfer: Ab Dienstag sollen die Temperaturen laut dem ARD-Meteorologen Jörg Kachelmann ein wenig sinken.

Daniel Aschoff