Gesundheitsreferat stellt klar: Vorerst keine Club-Öffnungen in München

Seit rund eineinhalb Jahren sind die Clubs in München geschlossen. Stadtrats-Mitglieder der FDP/Bayernpartei hatten zuletzt einen Antrag auf Öffnung für zweifach Geimpfte gestellt. Doch die Antwort ist ernüchternd.
von  AZ
Wann dürfen Clubs und Bars wieder öffnen? (Symbolbild)
Wann dürfen Clubs und Bars wieder öffnen? (Symbolbild) © Sophia Kembowski (dpa)

München - Wann öffnen die Clubs und Bars in München endlich wieder? Diese Frage stellen sich zahlreiche Feierwillige. Nun gibt es eine offizielle Antwort aus dem Rathaus, wie die Chancen dafür stehen. 

Grund dafür ist ein Antrag der FDP/Bayernpartei-Fraktion im Stadtrat. In diesem forderten die Stadträte, Clubs und Bars in München für zweifach Geimpfte wieder zu öffnen. Doch die Antwort ist ernüchternd. 

So steht es um die Öffnung von Clubs und Bars in München

"Eine auch nur probeweise Wiederzulassung des Clubbetriebes ist in der jetzigen Phase, trotz der aktuell erfreulich niedrigen 7-Tage-Inzidenz, aus infektionsschutzfachlicher Sicht leider noch nicht vertretbar", wird Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek in einer Mitteilung vom Mittwoch zitiert. 

Das liege vor allem an der Sorge vor der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante, die die Corona-Zahlen sowohl in München als auch auf Bundesebene wieder steigen lässt. Ein Wiederanstieg der Infektionen müsse unbedingt verhindert werden, so Zurek. "Die momentan relativ komfortable Situation im Bereich des Infektionsgeschehens innerhalb der Landeshauptstadt [darf] nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Risiko weiterhin unverändert besteht."

Keine guten Voraussetzungen für Club-Öffnungen in München

Die Öffnung von Clubs würde die Möglichkeit der Ausbreitung unterstützen. Zum einen wegen des fehlenden Abstands von (meist) betrunkenen Menschen, zum anderen auch aufgrund der schlechten Belüftungssituation in den Räumen. 

Auch eine Öffnung nur für vollständig Geimpfte hält die Stadt derzeit noch für zu früh. Laut Zurek liege das an den sogenannten "Impfdurchbrüchen", also Infektionen trotz Impfung, die gelegentlich vorkommen würden. "Dieses - zugegebenermaßen deutlich reduzierte - Risiko sehen wir im vorliegenden Kontext deshalb noch als relevant an, weil in den kommenden Wochen bis zu einer fortgeschrittenen Durchimpfung auch der jüngeren Generation eine Infektionsverbreitung hier noch unbedingt verhindert werden sollte und somit Orte mit einem diesbezüglich relevanten Risiko noch geschlossen bleiben sollten", heißt es in der Mitteilung.

Club-Öffnungen im Herbst?

Außerdem könne eine mögliche Infektion bei Feiernden auch an die noch nicht geimpften jüngeren Altersklassen weitergegeben werden. Aussichtslos ist die Situation aber nicht: "Selbstverständlich werden wir jedoch die Situation weiter beobachten. Sollte sich die Öffnung von Clubs für zweifach geimpfte Personen mittelfristig als infektiologisch vertretbar herausstellen, sind wir selbstverständlich bestrebt diese auch zu ermöglichen", sagt Zurek.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte die Öffnung von Clubs bei fortschreitenden Impfungen im Herbst bereits ins Spiel gebracht.

Anders sei die Situation laut der Gesundheitsreferentin bei Bars, die im Außenbereich bereits wieder öffnen dürfen. "Hier halten wir auch eine Öffnung im Innenbereich unter Einhaltung des 3G-Prinzips und bei strikter Umsetzung von entsprechenden Hygienekonzepten, die sich am Rahmenkonzept Gastronomie orientieren müssten, aus infektionsschutzfachlicher Sicht für vertretbar. Insofern wäre dies durchaus eine Perspektive, dem Bedürfnis nach sozialen Kontakten wieder etwas Raum zu geben."

Das Münchner Nachtleben könnte bald als zumindest wieder ein bisschen an Fahrt aufnehmen.