Dobrindt: Automatische Wegfahrsperren für Alkoholsünder

Darf man in Zukunft erst mit dem Auto wegfahren, wenn man vorher in einen Alkoholmesser gepustet hat? Diese Idee hat zumindest Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt: Er möchte "Alkohol-Interlock-Systeme" einführen.
von  AZ
Wer bereits wegen Alkohol am Steuer auffällig geworden ist, der muss in Zukunft vor dem Start pusten. So sieht es der Entwurf vor.
Wer bereits wegen Alkohol am Steuer auffällig geworden ist, der muss in Zukunft vor dem Start pusten. So sieht es der Entwurf vor. © dpa

Berlin - Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) plant automatische Wegfahrsperren für Alkoholsünder. Die sogenannten "Alkohol-Interlock-Systeme" verhindern ein Starten des Motors, wenn eine Atemmessung vorher Alkohol im Blut festgestellt hat.

Der Vorschlag steht im neuen "Unfallverhütungsbericht", der der Passauer Neuen Presse vorliegt und heute im Bundeskabinett beratschlagt werden soll. "Das Starten des Motors ist ohne vorherige Alkoholmessung nicht möglich", zitiert die Zeitung aus der Kabinettsvorlage.

In vielen EU-Ländern gibt es solche Vorrichtungen bereits

Das Ministerium bereite derzeit die Rechtsgrundlagen zur Einführung atemalkoholgesteuerter Wegfahrsperren vor. Gelten sollen diese für bereits bekannte Alkoholsünder. Diese Alkohol-Zündschlosssperren gibt es bereits in vielen EU-Ländern.

In Belgien, Polen oder den Niederlanden müssen sich Alkoholsünder solche Systeme ins Auto einbauen lassen - auf eigene Kosten. Schweden ist derzeit das einzige EU-Land, in dem Alkohol-Zündschlosssperren in großer Zahl eingesetzt werden: insgesamt waren dort Anfang 2014 rund 75.000 Geräte in Kraftfahrzeugen installiert. Diese kommen nicht nur bei bereits alkoholauffälligen Fahrern (gesetzlich zulässig seit 1. Januar 2012), sondern auch präventiv in LKW, Bussen, Schulbussen und Taxen zum Einsatz.

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Ähnlich verfährt Finnland: Dort besteht eine Verpflichtung zum Einbau in Schulbussen und Fahrzeugen zum Transport von Kindern zu Kindertagesstätten. Dort belegte eine Studie, dass die Rückfallquote bei Einbau einer Alkohol-Zündschlosssperre bei sechs Prozent liegt, ohne diese Vorrichtung bei 30 Prozent.