Die Wendlers auf Sat.1

Auch das noch: Michael Wendler beglückt jetzt auch die Fernsehlandschaft. "100 Prozent Wendler" gibt es sonntags zu sehen. Ob es weniger Prozent auch getan hätten, bleibt abzuwarten.
von  Abendzeitung
Bekannt als Ballermann-Barde: Michael Wendler
Bekannt als Ballermann-Barde: Michael Wendler © dpa

Auch das noch: Michael Wendler beglückt jetzt auch die Fernsehlandschaft. "100 Prozent Wendler" gibt es sonntags zu sehen. Ob es weniger Prozent auch getan hätten, bleibt abzuwarten.

Michael Wendler scheint es immer wieder betonen zu müssen, um es irgendwie selbst zu glauben: „Ich bin 100 Prozent der Wendler.“ Wer ihn bis jetzt noch nicht kannte: Der Ballerman-Sänger („Sie liebt den DJ“) ist ab sofort jeden Sonntag um 19 Uhr auf Sat.1 zu sehen. „Die Welt hat auf mich gewartet“, kündigte „Der Wendler“ bereits vor der ersten Ausstrahlung am Sonntag an.

Ob tatsächlich die ganze Welt auf den gelernten Speditionskaufmann aus Dinslaken gewartet, ist noch nicht bestätigt. Ob Deutschland es getan hat, auch nicht. Wer weiß: Schließlich war die unglaublichen Peinlichkeit und Banalität des Auftritts des Wendler-Clans dann doch so faszinierend, das dieser selbst schon wieder zur Attraktion wurde. So erfährt der Zuschauer, dass Tochter Adeline (7) eine ganze Tasse Kakao ausschüttet - und Mutter und Oma mit der Antwort reagieren, sie sei trotzdem ein Wunschkind. Und die treuliebende Ehefrau Claudia kauft ihrem Wendler zehn Jeanshosen desselben Models - schließlich ist er ja 100 Prozent er selbst. Und wahrscheinlich gehört es auch dazu, dass jemand, der von ganz, ganz unten kommt, mit seinem schwarzen Lamborghini durch den Ruhrpott düst, um seine neue Traumvilla zu besichtigen.

Damit hat der Wendler wohl wirklich bewiesen, dass er 100 Prozent er selbst ist. Auch wenn Deutschland ihn vermutlich nicht braucht - die deutschen Comedians haben auf ihn gewartet. Bastian Pastewka und Anke Engelke inszenierten erst kürzlich zu ihrer Weihnachtssendung einen Auftritt des Schlagersängers: „Michael ist auf dem Teppich geblieben – besonders intellektuell.“

Nadja A. Mayer