"Kurzzeitig zusammengerückt": Aiwangers Biergarten-Foto amüsiert Opposition

Bayerns Wirtschaftsminister postet ein Foto, das ihn mit fünf weiteren Personen am Biergartentisch zeigt – was nach den geltenden Corona-Regeln eigentlich nicht erlaubt ist. Aber Hubert Aiwanger hatte ja bereits letztes Jahr so schön erklärt, wie sechs Freunde doch zusammen am Tisch sitzen können...
von  Lukas Schauer
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger stößt an – mit mehr Personen, als es eigentlich erlaubt ist.
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger stößt an – mit mehr Personen, als es eigentlich erlaubt ist. © imago/ Sven Simon

München - So schön stoßen sie alle an, endlich wieder gemeinsam im Biergarten, endlich wieder bayerisches Lebensgefühl: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat am Montag ein Foto auf seinem Twitter-Account gepostet, das ihn im Kauferinger Biergarten zusammen mit fünf weiteren Personen zeigt.

Aiwanger eröffnet Biergartensaison: Mit fünf Kumpels?

"Endlich geht's los! Eröffnung der Biergartensaison/Außengastronomie – wieder gemeinsam Brotzeit machen, soziale Kontakte pflegen", schrieb Aiwanger dazu.

Was natürlich nett gemeint war, sorgte aber auch für Ärger und Hohn – denn erlaubt sind so viele Personen am Tisch nach den bayerischen Infektionsschutzregeln eigentlich nicht, wie FDP-Fraktionschef Martin Hagen anmerkte. 

Anzeige für den Anbieter Twitter über den Consent-Anbieter verweigert

"Ein negativer Test entbindet leider nicht von der Begrenzung auf maximal zwei Haushalte. Ich gönne Hubert trotzdem sein Bier – und allen anderen sowieso! Die Öffnung der Außengastronomie ist überfällig", schrieb Hagen weiter.

Hubert Aiwanger und die Biergärten

Freilich, alle Beteiligten (darunter auch Dehoga-Chefin Angela Inselkammer) waren vorher negativ auf Corona getestet worden – geimpft ist Aiwanger ja noch nicht, als einziges Kabinettsmitglied hat er das Angebot bislang abgelehnt.

Mit Biergärten hat Aiwanger auch letztes Jahr seine Erfahrungen gemacht: Dem ein oder anderen ist seine "Kumpels"-Rede noch im Kopf.  Damals hatte er versucht zu erklären, wie ein gemeinsamer Besuch von mehreren Hausständen möglich sei – weil es gar so schön war, soll es hier noch einmal transkribiert stehen: 

Wenn sechs bis acht Leute, jeder mit seinem Kumpel kommt, dann kann der sich natürlich jeweils mit seinem Kumpel, der seine Bezugsperson ist, an einen Tisch setzen und mit eins-fuchzig Abstand sitzt der nächste Kumpel mit seinem Kumpel. Aber die können nicht sechs mal zwei an einem Tisch sitzen, weil ja nicht mal die ersten Sechse an einem Tisch sitzen dürften. Also immer nur mit einer Bezugsperson oder mit einer Bezugsfamilie darf ich am Tisch sitzen und zu den anderen ist jeweils eins-fuchzig Abstand zu halten. Das Beispiel ginge nur, wenn der Tisch irgendwo 15 Meter lang ist und im Abstand von eins-fuchzig immer die Pärchen gegenübersitzen.

Hubert Aiwanger,
Wirtschaftsminister

Ministerium: Abstände wurden "vorab abgemessen"

Ob Aiwanger das noch im Ohr hatte, als er am Montag anstieß? Das Wirtschaftsministerium jedenfalls ließ auf AZ-Anfrage verlauten, alle Personen seien getestet und registriert und die Abstände sogar "vorab abgemessen" worden.

Aber, so viel Gemütlichkeit muss dann schon sein: "Beim Anstoßfoto rückten die Beteiligten kurzzeitig zusammen." Da es zudem ein "dienstlicher Termin" gewesen sei, "dürfte sogar von den Vorgaben abgewichen werden". Na dann, wohl bekomm's.