Granate in Naturbad: Tauchende Mädchen finden Kriegswaffe

Drei Mädchen tauchen im Bodensee und ziehen den Blindgänger ans Ufer. Das Lindenhofbad muss geräumt werden.
von  dpa
Das Naturbad Lindenhof. Ein Taucher sucht dort nach Blindgänger.
Das Naturbad Lindenhof. Ein Taucher sucht dort nach Blindgänger. © Strandcafe Lindenhof (1); dpa

Lindau – Timm Stade vom Strandcafè Lindenhof hat am Mittwoch nicht viel zu tun. Er kann nur eins: warten, warten, warten. Und das zieht sich. Viel lieber hätte er nach der Schlechtwetter-Phase ein volles Haus; Menschen, die den Spätsommer genießen. Doch sein Lokal ist dicht, das ganze Lindenhofbad in Lindau abgesperrt. Der Grund: eine Handgranate.

Auf die sind am Dienstagabend drei Mädchen (10) in dem Naturbad am Bodensee gestoßen. Seitdem ist dort erstmal Schluss mit Sommer, Sonne, Strand – Taucher durchforsten auch am Mittwoch das Areal sicherheitshalber nach weiteren Blindgängern.

"Die Mädchen sind mit Taucherbrillen am Ufer geschwommen", schildert Stade der AZ den Vorfall. Doch in etwa eineinhalb Metern Tiefe liegt eine amerikanische Eierhandgranate aus dem Zweiten Weltkrieg. Weil erst nicht klar ist, was die Kinder da gefunden haben, tragen sie es ans Ufer. Dann aber wählt ein Badegast den Notruf. Die Handgranate sei schon "total verrostet" gewesen, beschreibt Betreiber Stade den Fund. Aber noch funktionsfähig, wie Polizeisprecher Jürgen Krautwald vom Präsidium Schwaben der AZ sagt.

Hunderte Besucher müssen das Bad verlassen

Deswegen wird das Bad komplett gesperrt, alle Gäste müssen raus. "Die Liegewiese war zu diesem Zeitpunkt noch voll", so Stade. Er fügt an: "Die Leute haben erst an einen Scherz geglaubt." Er schätzt, dass noch mehr als 200 Besucher vor Ort waren. Die Räumung läuft trotzdem problemlos ab.

Die Polizei rückt an, der Kampfmittelräumdienst aus München und die Feuerwehr transportieren die Handgranate noch am Dienstagabend ab.

Angst hat Stade deswegen nun trotzdem nicht. Die Granate habe schließlich schon Jahrzehnte dort gelegen und es sei nichts passiert. Davon abgesehen befänden sich sicherlich noch sehr viel mehr Blindgänger im Bodensee, vor allem auch rund um Friedrichshafen. Wer verdächtige Gegenstände im Wasser findet, soll sie laut Polizei nicht berühren und den Notruf wählen.

Noch muss Betreiber Stade warten, ob die Taucher weitere Blindgänger entdecken. Und danach will er einfach wieder ganz viel zu tun haben.

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