Forscher schießt gegen Impfskeptiker Aiwanger: "Klappe halten, impfen lassen"

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger will sich vorerst nicht impfen lassen. Leopoldina-Forscher Armin Falk findet deutliche Worte.
von  Christina Schärfl
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) will sich vorerst nicht impfen lassen (Archivbild)
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) will sich vorerst nicht impfen lassen (Archivbild) © IMAGO / Metodi Popow

Mehr als die Hälfte der Deutschen ist vollständig geimpft, mindestens 61 % haben eine Erstdosis erhalten (Stand: 30. Juli). Einer, der zu denen gehört, die bislang auf die Spritze gegen Covid-19  verzichtet haben, ist Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger. Und das wird sich so schnell wohl auch nicht ändern. Der bayerische Wirtschaftsminister will sich (vorerst) nicht impfen lassen. 

Kritik an Impfskeptiker Aiwanger

Dafür hagelt es von vielen Seiten Kritik. Nun hat auch ein Forscher der Leopoldina gegen den Politiker gewettert. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" fand Verhaltensökonom Armin Falk deutliche Worte für Aiwanger. "Klappe halten, impfen lassen, würde ich ihm raten. Angesicht der offenbar geringfügigen Nebenwirkungen - vielleicht mal einen Tag zu Hause bleiben - und dem großen gesellschaftlichen Mehrwert, halte ich solche Äußerungen einfach nur für dumm", so der Wissenschaftler. Er fordert daher eine Impfpflicht.

Der Verhaltensökonom Armin Falk.
Der Verhaltensökonom Armin Falk. © IMAGO / Horst Galuschka

"Trägheit und Dummheit der Impfgegner"

Weiter sagte er: "Sich nicht impfen zu lassen, hat nichts mit Rationalität zu tun, sondern einfach nur mit Eigennutz." Die Allgemeinheit müsse zahlen für die "Trägheit und Dummheit der Impfgegner." Für sie fordert Falk Konsequenzen, beispielsweise falls Krankenhäuser erneut in eine Triage-Situation kämen. Wenn "wir dann vor der Wahl stehen, ob ein Geimpfter oder ein Nicht-Geimpfter die Behandlung bekommt, dann würde ich sagen, dass der Impfstatus mit in die Abwägung einfließen sollte."

Aiwanger hatte seine Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, zuvor damit begründet, dass auch er aus seinem privaten Umfeld von Impfnebenwirkungen höre, bei denen einem "die Spucke wegbleibe". Konkrete Beispiele dazu wollte er aber keine nennen.