„Die Zeit ist reif für Fürth“

... sagt Neuzugang Alexander Voigt, ein Aufstiegs-Experte. Für SpVgg-Präsident Helmut Hack „der Typ, der uns gefehlt hat“
von  Abendzeitung
Gibt alles im Training, damit das Kleeblatt endlich erstklassig wird: Alexander Voigt, Fürther Neuzugang aus Mönchengladbach.
Gibt alles im Training, damit das Kleeblatt endlich erstklassig wird: Alexander Voigt, Fürther Neuzugang aus Mönchengladbach. © Wolfgang Zink

... sagt Neuzugang Alexander Voigt, ein Aufstiegs-Experte. Für SpVgg-Präsident Helmut Hack „der Typ, der uns gefehlt hat“

CHICLANA Klar wollen die Fürther in die Erste Liga aufsteigen und sprechen dies, anders als in der Vergangenheit, auch offen aus. „Wir wollten gegenüber der Konkurrenz ein Zeichen setzen“, sagt Manager Rachid Azzouzi. Das Zeichen heißt Alexander Voigt, die personifizierte Aufstiegsgarantie.

"Die Sieger-Mentalität hat hier in den letzten Jahren gefehlt"

Viermal mit zwei Klubs (2000, 2002, 2004 mit Köln, 2008 mit Gladbach) schaffte Voigt schon der Sprung in die Beletage. Im Mai soll Nummer fünf folgen. Daran lässt der 30-Jährige, der ablösefrei aus Gladbach kam, keinen Zweifel. „Die Ausgangsposition könnte nicht besser sein. Die Zeit ist endlich reif für Fürth. Die Sieger-Mentalität hat hier in den letzten Jahren gefehlt. Wenn ich mit Köln oder Gladbach gegen Fürth gespielt habe, haben wir uns immer gedacht: ,Ja, die spielen einen schönen Fußball, aber der letzte Tick fehlt.’ Das muss sich jetzt ändern.“

Eine Einstellung, die Kleeblatt-Präsident Helmut Hack prima gefällt. „Das war sicherlich der Inhalt unserer Gespräche", erzählt Hacks Wunschspieler, der Führungsaufgaben innerhalb der Mannschaft übernehmen soll – und weiß, wie das geht. „Bei einem Führungsspieler entscheiden die Kleinigkeiten. Mal dazwischenzuhauen, im Notfall sich eine Gelbe Karte abzuholen.“ Und die Mitspieler wachrütteln. „Wenn ich vier Mal das Gleiche sage und es wird nicht gemacht, dann kommt man mit ,bitte, bitte’ nicht weiter." Klare Ansagen. „Wenn es eng wird“, sagt Voigt, „sind natürlich wir Älteren gefordert. Es kann ja nicht sein, dass ein Stephan Schröck oder Ivo Ilicevic die Verantwortung übernehmen müssen."

Von Hans Meyer aus Gladbach verjagt

Voigts Führungsqualitäten waren allerdings bei Hans Meyer in Gladbach nicht mehr gefragt. Der Ex-Club-Trainer sortierte Voigt nach nur sechs Spielen aus. „Einen Grund hat mir Hans Meyer nicht genannt. Wir haben zwar gesprochen, aber leider weniger über Fußball.“ Eine Rechnung ist also noch offen. Und daher hat Voigt, sollten die Fürth am Ende auf Relegationsplatz drei landen, seinen Wunschgegner parat: „Mönchengladbach. Das wäre sehr, sehr schön.“

Hack vernimmt die Ansagen gerne. „Alex ist der Spielertyp, den wir noch gebraucht haben. Ihm werden im letzten Spiel sicher nicht die Knie zittern. Er hat schon alles erlebt.“ Eine Aufstiegsprämie hat Voigt zwar nicht ausgehandelt, aber auch so ist der Wechsel nach Franken dank eines großzügigen Auflösungsvertrages mit Gladbach kein finanzieller Rückschritt. Und sportlich? Voigt: „Wenn ich mit Freunden telefoniere, sagen die, dass ich jetzt schon wieder aufsteige.“ Wenn nicht? „Dann haben wir es verdient, auf die Fresse zu kriegen.“ Krischan Kaufmann